Der Cottbuser Ostsee bedeutet eine große Entwicklungschance für die Stadt Cottbus und die Region. Um diese Chancen zu nutzen, bedarf es einer nachhaltigen Entwicklung, in deren Mittelpunkt die wirtschaftliche Erschließung des Sees im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung für Anrainer und regionales Umfeld steht. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass die wirtschaftliche Zielsetzung mit den Interessen der Anwohner im Einklang stehen muss und die natürlichen Ressourcen des Sees bewahrt werden müssen. Das Gemeinwohl steht über Einzelinteressen. Der See muss durchgängig öffentlich zugänglich bleiben. Der Cottbuser Ostsee ist ein See für alle, aber nicht jeder kann alles bekommen. (Präambel aus der Potenzialanalyse)

Der Cottbuser Ostsee bedeutet eine große Entwicklungschance für die Stadt Cottbus und die Region. Um diese Chancen zu nutzen, bedarf es einer nachhaltigen Entwicklung, in deren Mittelpunkt die wirtschaftliche Erschließung des Sees im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung für Anrainer und regionales Umfeld steht. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass die wirtschaftliche Zielsetzung mit den Interessen der Anwohner im Einklang stehen muss und die natürlichen Ressourcen des Sees bewahrt werden müssen. Das Gemeinwohl steht über Einzelinteressen. Der See muss durchgängig öffentlich zugänglich bleiben. Der Cottbuser Ostsee ist ein See für alle, aber nicht jeder kann alles bekommen. (Präambel aus der Potenzialanalyse)

"Der Cottbuser Ostsee bedeutet eine große Entwicklungschance für die Stadt Cottbus und die Region. [...] Das Gemeinwohl steht über Einzelinteressen. Der See muss durchgängig öffentlich zugänglich bleiben." (Präambel aus der Potenzialanalyse)

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Seit dem Jahr 2006 existiert für Cottbus und die weiteren Anrainergemeinden des Sees eine gemeinsam genutzte Plangrundlage für die Entwicklung des zukünftigen Cottbuser Ostsees – der Masterplan. Diese Grundlage bildet die vorgesehenen Entwicklungen am und um den See jedoch nur in groben Grundzügen ab. Aus diesem Grund wurde beschlossen, auf Grundlage des Masterplans eine Potenzialanalyse hinsichtlich der zu erwartenden freizeitorientierten Naherholung sowie der touristischen und verkehrlichen Entwicklung zu erarbeiten.

Die Aufgabenstellung beinhaltete hierbei die Aussagen der 2. Fortschreibung des Masterplans kritisch zu prüfen, weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Die Erkenntnisse der Potenzialanalyse mündeten anschließend in der 3. Fortschreibung des Masterplans.

Für die Erarbeitung der Potenzialanalyse wurde ein integrierter Ansatz gewählt. So wurde u.a. eine Projektgruppe gebildet, die das ausführende Büro in der Bearbeitung mit ihrem Wissen unterstützte. Weiterhin erfolgten diverse Arbeitsgespräche mit den kommunalen Verwaltungsebenen und weiteren Beteiligten und Betroffenen.

Ziel der Potenzialanalyse ist die Erarbeitung eines von allen Anrainern getragenen standortübergreifenden Leitbilds. Darüber hinaus gilt es dem Spannungsfeld zwischen Vision und Machbarkeit zu begegnen. Zum einen ist für einen sehr langfristigen Planungshorizont der Raum für Visionen offen zu halten, zum anderen sollen möglichst konkrete Planungsvorgaben getroffen werden.
Die zentralen Punkte der Potenzialanalyse für die Entwicklung des zukünftigen Sees sind das Leitbild und die Schlüsselprojekte. Sie bilden das Grundgerüst für den Aufbau einer tragfähigen Infra- und Angebotsstruktur.

Schlüsselstrategien und Handlungsschritte

Zwölf Schlüsselstrategien konkretisieren das Leitbild und zeigen die Wege für den weiteren Entwicklungsprozess auf

1. Zielgerichtete Steuerung des Entwicklungsprozesses
  • Aufbau einer zentralen Organisations- und Bewirtschaftungsstruktur für den See
  • Enge Zusammenarbeit mit Vattenfall bzw. Rechtsnachfolger und LMBV in der weiteren Sanierung
  • Gezielte Mobilisierung privatwirtschaftlicher und vereinsbezogener Aktivitäten
2. Erschließung der definierten Standortpotenziale
  • Schaffung der planungs- und eigentumsrechtlichen Voraussetzungen zur Erschließung der definierten Entwicklungsstandorte
  • Schaffung der verkehrlichen- und medientechnischen Erschließung für die definierten künftigen Nutzungen
  • Optimales Zusammenspiel zwischen öffentlicher Erschließung und privatwirtschaftlichen Investitionen
3. Gewässerseitige Infrastrukturerschließung des Sees
  • Konzentration der gewässerseitigen Erschließung und Wassersportangebote auf die beiden Häfen in Cottbus und Neuendorf unter Berücksichtigung sich ergänzender Angebotsprofile
  • Schaffung von Anlegestellen für Fahrgastschiffe und Sportboot-Kurzzeitlieger in den Anrainerorten möglichst in der gemeinsamen Nutzung
4. Entwicklung einer ganzjährigen Gastgewerbestruktur am See
  • Ansiedlung einer Feriengroßanlage am See als Leuchtturm und Besuchermagnet für den See
  • Entwicklung einer kleinteiligen Übernachtungsstruktur in den Ortsteilen
  • Entwicklung einer auf den Naherholungspotenzialen basierenden und touristisch attraktiven Gastronomielandschaft
5. Entwicklung einer Sport-/Freizeit Infra- und Angebotsstruktur
  • Ausbau eines durchgängig nutzbaren See-Rundwegs für Radfahrer, Skater, Spaziergänger angepasst an die zu erwartende hohe Frequentierung zur Vermeidung von Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen
  • Schaffung ausreichender öffentlicher Strandbereiche mit jeweils angepasster Infrastruktur
  • Schaffung der infrastrukturellen und angebotsspezifischen Voraussetzungen für eine intensive wassersportliche Nutzung v.a. durch Segler, Surfer und Fahrgastschifffahrt
  • Entwicklung eines attraktiven landseitigen Sportangebots rund um den See für breite Bevölkerungsgruppen (Anwohner und Besucher)
  • Profilierung des sportlichen Seecharakters durch Wettkampfsport auf und am Wasser
6. Hohe Transparenz und Einbindung der Bevölkerung (frühzeitige Identitätsbildung)
  • Ständige, aktuelle Information der Bewohner zum Sanierungsstand und zu den Sanierungsfortschritten
  • Immer wieder neue „Bespielung“ und Aktionen rund um den Ostsee in der Sanierungsphase, um einen permanenten Spannungsbogen mit Lust und Begeisterung für den See aufzubauen
  • Gezielte Einbindung von (Sport)Vereinen und interessierten Bürgern in Aktivitäten und Initiativen zum See
  • Einbindung der Bevölkerung zur Entwicklung eines Wahrzeichens für den Ostsee
7. Profilierung als Modellsee
  • Gezielte Förderung der Ansiedlung von schwimmender Architektur am See (Wohnen, Gastronomie, Hotels, Freizeitanlagen)
  • Berücksichtigung zukunftsweisender Konzepte im Hinblick auf Energieversorgung und autarker technischer Ver- und Entsorgungsmodelle bei den Standortentwicklungen
8. Hohe Zugänglichkeit des Sees für mobilitätseingeschränkte Menschen
  • Entwicklung einer barrierefreien Infrastruktur insbesondere bei den Strandbereichen, den Häfen und der Fahrgastschifffahrt
  • Beachtung der Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Menschen im Gastgewerbe und bei der verkehrlichen Erschließung
  • Spezifisches Bewegungs- oder Sportangebot mit altersübergreifenden Bewegungsgeräten verteilt entlang des Sees oder konzentriert an interessanten Anlaufpunkten
9. Aufbereitung der spezifischen Geschichte des Sees und seines Umfelds
  • Bewahrung/Aufbereitung der Tagebaugeschichte
  • Räumliche und inhaltliche Vernetzung mit Fürst Pückler/Branitzer Park
10. Gezielte Lenkung des landseitigen Besucherverkehrs zum und am See
  • Intelligente Verkehrsführung Pkw-Verkehr zum See unter Vermeidung von übermäßigen Belastungen für Anwohner und Erholungssuchende/Urlauber
  • Schaffung ausreichender und gebührenpflichtiger Parkflächen rund um den See
  • Integration des Sees in den städtischen und regionalen ÖPNV
  • Errichtung eines einheitlichen seeumfassenden Beschilderungs- und Leitsystems
  • Integration des Sees in das regionale und überregionale Radwegenetz
11. Regulierung des Bootsverkehrs
  • Festlegung einer seespezifischen Befahrensregelung unter Berücksichtigung der EU-Richtlinie für Bootsmotoren
  • Förderung alternativer Bootsantriebe, in der langfristigen Perspektive Befahrung des Sees ausschließlich für alternative Bootsantriebe
12. Einheitlicher und professioneller Marktauftritt nach innen und außen
  • Entwicklung eines Corporate Designs für den See
  • Zielgruppenspezifische Kommunikation im Rahmen eines eigenen, professionellen Internetauftritts und weiterer geeigneter Kommunikationsinstrumente

 

 

Standortentwicklung

Eine besondere Herausforderung für den Entwicklungsprozess des zukünftigen Cottbuser Ostsees stellt die Übertragung der Analyseergebnisse und Leitbildvorstellungen in ein infrastrukturelles Grundgerüst und möglichst klar definierte Nutzungsperspektiven an konkreten Standorten.
Bei allen jetzt getroffenen Festlegungen ist es aufgrund des immer noch langen Planungshorizonts (bis mindesten 2030) wichtig, eine ausreichende Flexibilität und genügend Spielräume für neue (nicht absehbare) Entwicklungen zu schaffen.

Aus diesem Grund sind die in der Potenzialanalyse formulierten (und in den Masterplan übertragenen) Standortzuschnitte als Orientierungsgrößen zu verstehen, die in weiteren Planungsschritten zu konkretisieren sind.

Weitere Details zur Standortentwicklung können dem Masterplan entnommen werden.