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COTTBUSER OSTSEES

PLANUNG

Planungsziele

Um die Transformation eines Tagebaus in einen See zu ermöglichen, ist die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens notwendig. Es dient dazu, den hochkomplexen Vorgang der Flutung vorzubereiten, Verantwortungen zu klären und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt abzuwägen.

Aus einem internationalen Wettbewerb heraus weiterentwickelt und durch eine Zukunftswerkstatt qualifiziert, entstand 2006 der Masterplan Cottbuser Ostsee. Seitdem wurde dieser immer wieder durch Fortschreibungen an die aktuellen Bedarfe und Entwicklungen angepasst.

Die Transformationsprozesse des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord in den Cottbuser Ostsee war auch ein Bestandteil der internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land 2000-2010. Hier war der Ostsee eines von 30 Projektbausteinen.

 

Um insbesondere die touristische Ausrichtung des Sees weiter zu konkretisieren, wurde im Jahr 2016 eine Potenzialanalyse durchgeführt. Diese legte den Fokus verstärkt auf die Teilfunktionen Naherholung und Tourismus sowie infrastrukturelle Entwicklung des Sees.

Die im September 2020 fertiggestellte ´Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee‘ stellt die Verknüpfung mit bisher erarbeiteten Konzepten und Untersuchungen dar, mit dem Ziel einer Gesamtstrategie die zur Entwicklung des Stadt-See-Umlandes beitragen soll. Insbesondere die Projektgebiete Seeachse, Stadthafen und Rundweg bilden räumliche und funktionale Schwerpunktorte.

Zentrales Ziel der Planungen ist es, die langfristige Stadtentwicklung positiv und proaktiv zu gestalten, indem das Zusammenwachsen der Stadt mit dem zukünftigen Cottbuser Ostsee gezielt gefördert wird.

 

 

Aktuelle Planungen und Konzepte

BuGa 2033

Im Jahr 1995 war die Stadt Cottbus/Chóśebuz Austragungsort der ersten Bundesgartenschau (BuGa) in den neuen Bundesländern. Mit über 2,4 Millionen Gästen konnten die nachwendlichen Entwicklungsschübe sowie die Transformation vom Kohlerevier zu einer blühenden Landschaft einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bereits 38 Jahre später möchte die Stadt Cottbus/Chóśebuz erneut Ausrichterin der Bundesgartenschau werden. Die „BuGa 2033“ soll dabei unter dem Blickwinkel einer Region im Wandel sowie einer nachhaltigen Stadtentwicklung stehen.

Die Bundesgartenschau ist eine saisonale Dauerveranstaltung zum Gartenbau und der Landschaftsarchitektur, die im Zweijahresturnus in ausgewählten Städten der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen wird. In der Regel erfolgen im Rahmen einer Bundesgartenschau umfangreiche Freiraumgestaltungen sowie die Schaffung biodiverser grün-blauer Infrastruktur, welche für den Ausstellungszeitraum als Touristenmagneten fungieren. Nach Austragung der Veranstaltung soll der ins Stadtbild integrierte Grünraum einen nachhaltig lebenswerten Aufenthaltsraum für die Stadtbewohner darstellen.

Die Geschichte der BuGa geht bis auf öffentliche Pflanzenschauen im 19. Jahrhundert zurück. In ihrer heutigen, stadtentwicklungsfördernden Form wird sie seit 1951 regelmäßig ausgetragen. Die gesteckten Aufgaben und Oberziele haben sich in den vergangenen 70 Jahren kaum verändert. Diese betreffen unter anderem die Schaffung von Stadtparks, die Wohnumfeld-Begrünung, Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedernutzbarmachung ehemaliger Industrie- und Militärflächen, die Reorganisation von Verkehrsanlagen, die Rekonstruktion von Gärten und Naturdenkmalen, den Bau von Sport-, Freizeit- und Tourismusinfrastruktur, die Flächenentsiegelung sowie die Realisierung regionaler Entwicklungsszenarien.

Abbildung: BUGA 1995 (Quelle: Buga ´95 Cottbus GmbH)

Im Jahr 1995 trug Cottbus/Chóśebuz die 23. Bundesgartenschau aus und nutzte die Chance sich überregional einen Namen als Stadt zu machen, welcher der Wandel von der „DDR-Betonmetropole“ zu einer jungen, grünen Kulturgroßstadt gelingt. Hauptbestandteil der damaligen Maßnahmen war die Neuanlage des Spreeauenparks, der die Lücke zwischen Wohnbebauung im Stadtteil Sandow und der Pückler‘schen Kulturlandschaft in und um Branitz Schloss. Darüber hinaus wurden die Erfolge des Strukturwandels, wie die Gründung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus als Wissenschaftsstandort sowie die umfangreiche Innenstadtsanierung, publikumswirksam sichtbar gemacht.

Abbildung: Gesamtplan des BUGA-Geländes 1995 (Quelle: Buga ´95 Cottbus GmbH)

Mit dem bevorstehenden Ausstieg aus dem Kohlebergbau befindet sich die Stadt Cottbus/Chóśebuz aktuell inmitten eines weiteren Strukturwandels. Eines der Kernprojekte der kommenden zwei Jahrzehnte ist die Konversion des ehemaligen „Braunkohletagebaus Cottbus-Nord“ zum größten künstlichen See Deutschlands – dem „Cottbuser Ostsee“. Neben zentralen Themen, wie der Verbindung von alten und neuen Kulturlandschaften, einer klimagerechten Stadtentwicklung, der „Smart-City-Digitalisierungsstrategie“ sowie neuer, innovativer Mobilitätskonzepte, nimmt der Ostsee die Bedeutung eines Projekts mit überregionaler Signalwirkung ein. Aufgrund der enormen bereits zurückliegenden wie auch noch folgenden Entwicklungen wird eine erneute Austragung der Bundesgartenschau im Jahr 2033 angestrebt, um Cottbus/Chóśebuz als Modellstadt im Strukturwandel zu präsentieren.

Abbildung: BUGA Cottbus 2033 (Quelle: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten)

Zur Unterstützung und fachlichen Untermauerung einer formalen Bewerbung durch die Stadt Cottbus/Chóśebuz befindet sich seit Mitte 2020 eine Machbarkeitsstudie in Bearbeitung. Für diese konzeptionelle Untersuchung wurde eine Arbeitsgemeinschaft, unter Führung des Büros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH aus Berlin, beauftragt. Es sollen die sich aus einer Vielzahl an Workshops ergebenen Ergebnisse vorliegen, sodass eine formale Bewerbung mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erfolgen kann.

Die Inhalte der Machbarkeitsstudie betreffen im Grundsatz die folgenden Positionen, die in der weiteren Bearbeitung u.U. angepasst und konkretisiert werden:

Potenziale bzw. Ausrichtung der BuGa sowie der künftigen Stadtentwicklung

  • Sommerliches Bürgerfest; Vernetzung der Stadtgesellschaft; die nachhaltige Stadt
  • „Stadtlabor“: visionäre Stadt- und Freiraumentwicklung

Räumliche Verortung des BuGa-Geländes

  • Konzentriert; bandartig; Satelliten oder Synthese aller Varianten

Themen für die BuGa – regionaler Bezug

  • Kulturgeschichte
  • Kohleabbau und Energiegewinnung
  • Zerstörung von Landschaft und Verlust natürlicher Lebensgrundlagen
  • Suche nach Identität – vielfache Umbruchserfahrungen (4. Strukturwandel)

Verknüpfung alter und neuer Kulturräume

  • Fürst Pückler als Identifikations- und Orientierungsfigur

Forum Lausitz

  • Solitäres Highlight am Stadthafen
  • Vertiefung der Kulturgeschichte sowie der BuGa-Bausteine

(über)-regionaler Kontext

Den aktuellen Arbeitsstand der Machbarkeitsstudie finden Sie unter Archiv der Planungen.

Hafenquartier

Das Hafenquartier am Cottbuser Ostsee soll als urbaner Ort u. a. mit Gewerbe-, Dienstleistungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Wohnen/Ferienwohnen gestaltet werden. Mit dem Quartier wird ein neuer städtischer Bezugspunkt für die Entwicklung des urbanen Raumes zwischen der Innenstadt und dem See geschaffen.

Das Quartier steht beispielhaft für eine innovative Entwicklung der Bergfolgelandschaft und trägt gleichzeitig zur Unterstützung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Cottbus/Chóśebuz bei.

Bei den Planungen wurde daher ein besonderer Schwerpunkt auf die Umsetzung von nachhaltigen, klimaschützenden und energieeffizienten Versorgungskonzepten gelegt.

Als Bindeglied zwischen Stadt und See soll das Quartier mit dem Stadthafen zukunftsweisend und nachhaltig gestaltet werden. Der auf diesem Wege geschaffene neue Stadtteil soll Modell für andere Bergbaufolgelandschaften sowie Strukturwandelregionen stehen und kann der Stadt Cottbus/Chóśebuz gleichwohl als „Aushängeschild“ dienen.

Abbildung: Wettbewerbsentwurf Hafenquartier (Quelle: Fehlig Moshfeghi Architekten BDA)

Der intensive Planungs- und Beteiligungsprozess mit den unterschiedlichen Interessenträgern sowie der Öffentlichkeit soll fortgesetzt und projektbezogen intensiviert werden. In diesem Zusammenhang wurde durch die Stadt Cottbus/Chóśebuz im Jahr 2017 ein nichtoffener städtebaulich-landschaftsgestalterischer Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zum Hafenquartier ausgelobt.

Im Zuge des Wettbewerbs wurden die Entwürfe des Büros „Fehlig Moshfeghi Architekten BDA“ aus Hamburg mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Aufgrund des wertvollen Beitrags, der eine qualitätsvolle Entwicklung des Gesamtkonzepts über den gesamten Entwicklungszeitraum gewährleistet, erhielt das Architekturbüro den Auftrag für die weitere Qualifizierung und Konkretisierung der städtebaulich-landschaftsgestalterischen Planung.

Nähere Informationen zum Planungswettbewerb sowie die Ergebnisse der anderen Preisträger können Sie hier einsehen.

 

Abbildung: Weiterentwicklung des Entwurfs (09/2020) (Quelle: Fehlig Moshfeghi Architekten BDA)

Seit September 2020 liegen die Endfassung des städtebaulichen Entwurfs sowie das Mobilitäts- und Energieversorgungskonzept vor. Neben einer Detaillierung der städtebaulichen und architektonischen Strukturen wurde sowohl Augenmerk auf die Gestaltung der Frei- und Grünräume als auch auf die Gestaltung einer innovativen, zukunftsgewandten Marina gelegt.

 

Begleitend wurde durch die BTU Cottbus-Senftenberg (Fachgebiet Stadttechnik, Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol) eine verkehrstechnische und energetische Konzeption entwickelt, in welcher unterschiedliche Varianten und Potenziale zur Erreichung der angestrebten Umwelt-und Nachhaltigkeitsziele für das neue Stadtquartier untersucht wurden. In Anbetracht der Charakterisierung als Pilotprojekt mit zukunftsweisendem Modellcharakter für andere Strukturwandelregionen wurde u.a. die Möglichkeit zur Entwicklung des Hafenquartiers als CO2-neutralen Stadtteil dargestellt.

Für die Weiterentwicklung des städtebaulich-landschaftsgestalterischen Entwurfs zu einer integrierten Gesamtkonzeption bildete sich ein Planungskollektiv aus dem beauftragten Architekturbüro „Fehlig Moshfegi Architekten BDA“, dem „gartenlabor brunslandschaftsarchitektur“ sowie der „Deutsche Marina Consult“. Die Ergebnisse bilden eine umfassende Grundlage für die weitere Planung des Hafenquartiers und berücksichtigen vielfältige Aspekte für ein nachhaltiges Planen und Bauen.

Die Endfassung des städtebaulichen Entwurfs sowie das Mobilitäts- und Energieversorgungskonzept stehen auf der Cottbuser Stadtseite zur Verfügung.

Abbildung: Auszug Präsentation Mobilitäts-und Energieversorgungskonzept BTU (Quelle: Willner Visualisierung Potsdam)


 

Auf Grundlage des städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurfs wird ein Bebauungsplan (B-Plan) aufgestellt. Zunächst erfolgt für den B-Pan ein Vorentwurf. In Abhängigkeit vom Flutungsfortschritt des Cottbuser Ostsees soll auf Basis des Bebauungsplans, ein Investorenwettbewerb stattfinden. Ziel ist es, die 9 zur Verfügung stehenden und mit unterschiedlichen Ausrichtungen vorgesehen Baufelder an die erfolgversprechendsten und plausibelsten Entwicklungskonzepte zu vergeben. Eine der Voraussetzungen für einen Zuschlag ist die Einhaltung der im Gestaltungshandbuch fixierten Maßgaben. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Hafenquartier in höchster städtebaulicher und freiräumlicher Qualität errichtet wird und gleichermaßen die gesetzten Nachhaltigkeitsziele Berücksichtigung finden.

Seevorstadt

Für die Cottbuserinnen und Cottbuser entwickelt sich zwischen der Innenstadt und dem Ufer des künftigen Cottbuser Ostsees in den kommenden Jahrzehnten ein völlig neues Stadtquartier in Wassernähe. In einer weiteren Stadtumbauphase wird dafür ein großes altindustrielles Gewerbegebiet bis ca. 2035 umgenutzt und aufgewertet. Die „Seevorstadt“ lässt die Stadt Cottbus/Chóśebuz und das zukünftige Gewässer zusammenwachsen und setzt unter den Aspekten der CO2-Neutralität und Klimagerechtigkeit neue Impulse für die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung.

Die Einzigartigkeit des Gesamtkonzepts „Cottbuser Ostsee“ wird sich auch in der Entwicklung der Seevorstadt wiederspiegeln. Als Reallabor der Energiewende soll das neue ca. 300 ha große Stadtquartier aktuelle Fragen der Stadtentwicklung praxisorientiert und forschungsbegleitend beantworten. Das Fundament des Modellvorhabens bilden drei Leitthemen: Erholen und Erleben; Innovation und Erfindergeist & Nachhaltige Stadtentwicklung.

Abbildung: Verortung der Initialbereiche entlang der Seeachse (Quelle: ICL Ingenieur Consult GmbH; Stadt Cottbus)

Im Jahr 2018 beauftragte die Stadt Cottbus/Chóśebuz die „ICL Ingenieur Consult GmbH“ mit der Erarbeitung einer „Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee“.  Damit erfolgte ein erster wesentlicher Bestandteil für eine planerische Konkretisierung des Stadtquartiers. Die Kernaufgabe lag in der Verknüpfung der vorliegenden Konzepte und Untersuchungen (u.a. INSEK, STUB, Leitbild, Masterplan) zu einer Gesamtstrategie für die Entwicklung der relevanten Bereiche „Stadt, See und Umland“. Als informelles Planungsinstrument wurden Vorgaben und Zielsetzungen für die künftige Entwicklung des Betrachtungsraumes zwischen Stadtzentrum und Cottbuser Ostsee dargestellt.

Die Strategie dient diesbezüglich als Orientierungsrahmen für die räumliche und funktionale Organisation sowie als Grundlage der weiteren Planung. Im Wesentlichen setzt sich das Teilkonzept mit den Chancen der Stadt bezüglich ihrer Lage zum Cottbuser Ostsee auseinander.

Im Ergebnis der Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee wurden mögliche Initialbereiche festgehalten, die einen hohen Nutzen für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Betrachtungsbereich darstellen (siehe Abbildung). Diese umfassen Teilprojekte mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen, die in mehreren Stufen realisiert werden können. Zu den sechs Bereichen gehören:

  • Wasser- und Energiecampus als Innovationsstandort
  • Mobilitätskreuz
  • Seeachse
  • Behörden- und Bildungszentrum
  • Grünes Wohnen plus
  • Zentrum postfossile Energie

In einer ersten Stufe sollen bis ins Jahr 2025 sämtliche vorbereitenden Maßnahmen erfolgen. Als zentraler Ausgangspunkt ist der Bau der Seeachse zu betrachten, von der aus sich die Seevorstadt ausdehnend entwickeln soll. In der zweiten Stufe, die bis 2030 abgeschlossen sein soll, erreicht die Seeachse ihre volle Funktionsfähigkeit und dient als bindendes Element zwischen der Kernstadt und dem Hafen am Cottbuser Ostsee.In der dritten Stufe, die über das Jahr 2030 hinausgeht, erfolgt eine stetige Verdichtung des neuen Stadtquartiers.

Die Entwicklungsstrategie (Stand September 2020) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

 

Abbildung: Verortung der Initialbereiche entlang der Seeachse

Abbildung: Räumliches Leitbild Seevorstadt (Quelle: Büro Nagler & Dieck)

Auf Grundlage der Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee wurde 2020 das Büro „Nagler & Dieck Architekten und Stadtplaner“ damit beauftragt, ein räumliches Leitbild zu erstellen. Dieses konkretisiert den zuvor gesteckten Rahmen in ersten städtebaulichen und freiraumplanerischen Strukturen. Im Grundsatz beschreiben räumliche Leitbilder gesetzte strategische Ziele und Vorhaben detaillierter und nehmen Bezug zu gültigen städtebaulichen und stadtplanerischen Leitbildern.

Diese verfolgen das Ziel, die Stadt im Sinne einer möglichst nachhaltigen Entwicklung zu prägen. Zu den Zielen, die auch in der Seevorstadt Berücksichtigung finden sollen, gehören:

  • Die Stadt der kurzen Wege
  • Die dichte und durchmischte Stadt (Arbeiten und Wohnen)
  • Die klimaangepasste und klimagerechte Stadt
  • Die Grüne Stadt
  • Die Soziale Stadt

Mithilfe des räumlichen Leitbilds sollen unterschiedliche Quartierstypen in der Seevorstadt verortet werden, die den Zielen der Stadtentwicklung zuträglich sind. Der Grad der Verdichtung soll dabei mit steigender Entfernung von der Seeachse abnehmen, sodass ein stufenloser Übergang vom Urbanen zu den dörfischen Bereichen in Merzdorf und Dissenchen möglich wird.

Das Räumliche Leitbild (Stand Januar 2021) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

Abbildung: Ausschnitt Vorstufe Rahmenplan (Quelle: Stadt Cottbus)

Die Ergebnisse des räumlichen Leitbilds stellen eine weitere Planungsgrundlage für die Entwicklung der Seevorstadt dar. In einem internen Arbeitsprozess wurden die Erkenntnisse durch den Fachbereich Stadtentwicklung abgeleitet und die Vorstufe zum Rahmenplan erstellt. Diese enthält bereits übergeordnete Maßnahmen, die in den kommenden Jahren priorisiert und konkretisiert werden sollen. Diese beschreiben sowohl die Art der Bebauung als auch die geplante Erscheinung des Ortsbildes sowie der Grün-, Frei- und Verkehrsflächen. Darüber hinaus werden bereits konkrete Stellen für den Grunderwerb und den Abbruch störenden Gewerbes verortet.

 

Die betreffenden Rahmenbedingungen werden im Folgenden skizziert:

  1. Bebauung und Ortsbild
  2. Grün- und Freiflächen
  3. Verkehrsflächen
  4. Grunderwerb
  5. Verlegung technische Infrastruktur
  6. Räumliche Schwerpunkte

Auf Basis dieser festgelegten Rahmenbedingungen soll eine Qualifizierung des Rahmenplans entstehen. Mit dem dann vorliegenden „Rahmenplan Seevorstadt“ besteht eine ausreichend gegenständliche Handlungsgrundlage für die weitere Planung des Stadtumbauprozesses.

Die Vorstufe zum Rahmenplan (Stand Dezember 2020) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

Die Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee verknüpft verschiedene Planungsgrundlagen zu einer Gesamtkonzeption der relevanten Bereiche „Stadt, See und Umland“. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Verknüpfung der Stadt mit dem Wasser.

Für eine Inwertsetzung sowie der Schaffung von Synergieeffekten bezüglich des Wachstumsraums und der touristischen Infrastruktur, wird die Aufwertung der Seevorstadt durch die Anlage einer „Kanallandschaft“ angestrebt. Diese verfolgt das Ziel das Wasser in die Seevorstadt zu holen, um einerseits eine Verbindung zwischen dem Ostsee und der Spree herzustellen und andererseits eine klimaangepasste, attraktive Landschaft mit Wasserbecken und künstlichen Kanälen entlang der Seeachse zu realisieren.

Für grundlegende Aussagen zu einer planerischen Ausgestaltung sowie der technisch-rechtlichen Realisierbarkeit wurde 2019 durch die Stadt Cottbus/Chóśebuz die „Machbarkeitsstudie Kanallandschaft“ beauftragt.

Bereits im Mai 2018 hat die Stadt Cottbus/Chóśebuz für den Bereich entlang der ehemaligen Bahntrasse Cottbus-Guben, zwischen den Stadtteilen Sandow, Merzdorf und Dissenchen, die Grundlagen mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. O/25, 26/113 “Seeachse Cottbuser Ostsee“ für die Entwicklung der Seevorstadt gebildet. Mit ihrer Grundsatzposition zum Cottbuser Ostsee als Schwerpunktprojekt der künftigen Stadtentwicklung wurde der Bedeutung des Gesamtprojekts öffentlich Nachdruck verliehen.

Aufgrund des Bekanntwerdens von Flächenverkaufsabsichten und Grundstücksveränderungen innerhalb des festgelegten Geltungsbereichs stellte sich die Notwendigkeit heraus, ein Sicherungs- und Handlungsinstrument im Bereich des privaten Grundstücksverkehrs einzuführen. Um eine geordnete, den Zielen der vorangegangenen Planungen (Masterplan, Potenzialanalyse, Entwicklungsstrategie) zuträgliche städtebauliche Entwicklung gewährleisten zu können, steht der Stadt Cottbus/Chóśebuz ein besonderes Vorkaufsrecht im Sinne des § 25 Abs. 1 Nr. 2 BauGB an unbebauten und bebauten Grundstücken zu.

In ihrer Sitzung am 25.11.2020 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Cottbus/Chóśebuz die Vorkaufsrechtssatzung rechtsbindend beschlossen. Damit müssen privatwirtschaftliche Verkaufsabsichten von Grundstücken im Geltungsbereich „Seeachse Cottbuser Ostsee“ der Stadt Cottbus/Chóśebuz angezeigt werden, welche ein bevorzugtes Recht auf Erwerb der betreffenden Flächen hat. Erst bei Ablehnung des Grundstückskaufs durch die Stadt dürfen Dritte Erwerbsverhandlungen aufnehmen.

Alle wichtigen Dokumente und der Lageplan mit dem räumlichen Geltungsbereich der Satzung stehen auf der Stadtseite zum Download zur Verfügung.

Masterplan

Beim Masterplan handelt es sich um ein offenes, informelles Planungs- und Managementinstrument mit Empfehlungscharakter für alle am Planungsprozess beteiligten Akteure.

2006 haben alle vier stimmberechtigten Gemeinden des Inselrates den Masterplan mit wortgleichen Beschlusstexten in ihren kommunalen Gremien als langfristige Arbeitsleitlinie verabschiedet.

Der Masterplan „Cottbuser Ostsee“ entstand nach dem internationalen Wettbewerb 2000/2001 im Zusammenwirken der Büros von Erst- und Zweitplatzierten. In einem Werkstattverfahren wurden die strukturellen Ideen und Gestaltungsansätze für die Bergbaufolgelandschaft unmittelbar um das künftige Seeufer herum in einen konzeptionellen Plan vereinigt.

 

Abbildung: Masterplan 2. Fortschreibung (Quelle: Stadt Cottbus)

Nach sieben Jahren wurde der Masterplan ein erstes Mal an neue Erkenntnisse angepasst.

Mit den Ergebnissen aus der Potenzialanalyse zum Cottbuser Ostsee 2016 haben die Kommunalpolitiker aller vier Gemeinden die 2. Fortschreibung beschlossen.

Im Oktober 2020 wurde seitens der Stadt Cottbus/Chóśebuz mit der Erarbeitung der 3. Fortschreibung des Masterplan „Cottbuser Ostsee“ begonnen.

In diesem Zusammenhang sollen Änderungen Berücksichtigung finden, die sich aus den konkretisierenden städtebaulichen Planungen sowie dem Voranschreiten der Seeflutung ergeben.

Mit der 3. Fortschreibung des Masterplans wird die räumlich-bauliche Ausgestaltung des Ostsees sowie sein Umfeld weitestgehend konkretisiert. Im Planungshorizont wird eine Fertigstellung des direkten Seeumfelds sowie die Nutzungszuführung des Ostsees angestrebt. Notwendige Änderungen und Anpassungen sollen, in einer potenziellen 4. Fortschreibung im Jahr 2026, möglichst nur Nachsteuerungs- und Korrekturcharakter aufweisen sowie das weitere Seeumfeld betreffen.

Weitere Informationen sowie alle aktuellen Dokumente zum Masterplan können auf der Cottbuser Stadtseite angeschaut und heruntergeladen werden.
Abbildung: Schlüssel- und Leitprojekte (Quelle: Stadt Cottbus)

Seit dem Jahr 2006 existiert für Cottbus/Chóśebuz und die weiteren Anrainergemeinden des Sees eine gemeinsam genutzte Plangrundlage für die Entwicklung des zukünftigen Cottbuser Ostsees – der Masterplan. Diese Grundlage bildet die vorgesehenen Entwicklungen am und um den See, jedoch nur in groben Grundzügen ab. Aus diesem Grund wurde beschlossen, aufbauend auf dem Masterplan, eine Potenzialanalyse hinsichtlich der zu erwartenden freizeitorientierten Naherholung sowie der touristischen und verkehrlichen Entwicklung zu erarbeiten. Im September 2016 haben die Stadtverordneten die Potenzialanalyse “Cottbuser Ostsee” beschlossen.

Die Aufgabenstellung beinhaltete hierbei die Aussagen der 1. Fortschreibung des Masterplans kritisch zu prüfen, weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Die Erkenntnisse der Potenzialanalyse mündeten anschließend in der 2. Fortschreibung des Masterplans.

Für die Erarbeitung der Potenzialanalyse wurde ein integrierter Ansatz gewählt. So wurde u.a. eine Projektgruppe gebildet, die das ausführende Büro PROJECT M in der Bearbeitung mit ihrem Wissen unterstützte. Weiterhin erfolgten diverse Arbeitsgespräche mit den kommunalen Verwaltungsebenen und weiteren Beteiligten und Betroffenen.

Ziel der Potenzialanalyse war die Erarbeitung eines von allen Anrainern getragenen standortübergreifenden Leitbilds. Darüber hinaus galt es dem Spannungsfeld zwischen Vision und Machbarkeit zu begegnen.
Die zentralen Punkte der Potenzialanalyse für die Entwicklung des zukünftigen Sees sind das Leitbild und die Schlüsselprojekte. Sie bilden das Grundgerüst für den Aufbau einer tragfähigen Infra- und Angebotsstruktur.

Standortentwicklung:

Bei allen bisher getroffenen Festlegungen ist es aufgrund des immer noch langen Planungshorizonts (bis mindesten 2030) wichtig, eine ausreichende Flexibilität und genügend Spielräume für neue (nicht absehbare) Entwicklungen zu schaffen. Aus diesem Grund sind die in der Potenzialanalyse formulierten (und in den Masterplan übertragenen) Standortzuschnitte als Orientierungsgrößen zu verstehen, die in weiteren Planungsschritten zu konkretisieren sind.

Weitere Informationen sowie alle aktuellen Dokumente zur Potenzialanalyse können auf der Cottbuser Stadtseite angeschaut und heruntergeladen werden.

Genehmigung

Das Genehmigungsverfahren für den Cottbuser Ostsee ging 2018 in die erneute öffentliche Beteiligung. Für die Herstellung des Cottbuser Ostsees ist ein Planfeststellungsverfahren nach Wasserhaushaltgesetz erforderlich.

Nach der ersten Einreichung der Planunterlagen durch das Bergbauunternehmen Vattenfall im Jahre 2014 hatte die LEAG die zweite Überarbeitung (Tektur) beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg eingereicht.

Alle Antragsunterlagen dazu sind auf den Seiten des Landesbergamtes dokumentiert.

Nach Prüfung durch das Landesbergamt als Genehmigungsbehörde wurde am 12.04.2019 der Planfeststellungsbeschluss zur Herstellung des Cottbuser Ostsees mit den entsprechenden gesetzlichen Auflagen und Nebenbestimmungen erteilt.

Der Planfeststellungsbeschluss kann ebenfalls beim Landesbergamt eingesehen werden.

Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz

Geschäftsbereich V – Wirtschaft, Digitalisierung und Strukturentwicklung                                
Rathaus, Neumarkt 5
03046 Cottbus

Stefan Korb
Telefon: 0355 – 612 2560

E-Mail: Wirtschaft@Cottbus.de

Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz 

Geschäftsbereich IV – Stadtentwicklung und Bauen, Fachbereich Stadtentwicklung
Karl-Marx-Straße 67                                                      03044 Cottbus

Doreen Mohaupt  
Telefon: 0355 – 612 4115
E-Mail: Stadtentwicklung@Cottbus.de

 

DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH

Ostrower Straße 15
03046 Cottbus

Mike Lux
Telefon: 0355 – 78002 25
E-Mail: Mike.Lux@dsk-gmbh.de