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ZUR ENTWICKLUNG DES
COTTBUSER OSTSEES

PLANUNG

Planungsziele

Um die Transformation eines Tagebaus in einen See zu ermöglichen, ist die DurchfĂŒhrung eines Planfeststellungsverfahrens notwendig. Es dient dazu, den hochkomplexen Vorgang der Flutung vorzubereiten, Verantwortungen zu klĂ€ren und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt abzuwĂ€gen.

Aus einem internationalen Wettbewerb heraus weiterentwickelt und durch eine Zukunftswerkstatt qualifiziert, entstand 2006 der Masterplan Cottbuser Ostsee. Seitdem wurde dieser immer wieder durch Fortschreibungen an die aktuellen Bedarfe und Entwicklungen angepasst.

Die Transformationsprozesse des ehemaligen Tagebaus Cottbus-Nord in den Cottbuser Ostsee war auch ein Bestandteil der internationalen Bauausstellung (IBA) FĂŒrst-PĂŒckler-Land 2000-2010. Hier war der Ostsee eines von 30 Projektbausteinen.

 

Um insbesondere die touristische Ausrichtung des Sees weiter zu konkretisieren, wurde im Jahr 2016 eine Potenzialanalyse durchgefĂŒhrt. Diese legte den Fokus verstĂ€rkt auf die Teilfunktionen Naherholung und Tourismus sowie infrastrukturelle Entwicklung des Sees.

Die im September 2020 fertiggestellte “Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee” stellt die VerknĂŒpfung mit bisher erarbeiteten Konzepten und Untersuchungen dar, mit dem Ziel einer Gesamtstrategie die zur Entwicklung des Stadt-See-Umlandes beitragen soll. Insbesondere die Projektgebiete Seeachse, Stadthafen und Rundweg bilden rĂ€umliche und funktionale Schwerpunktorte.

Zentrales Ziel der Planungen ist es, die langfristige Stadtentwicklung positiv und proaktiv zu gestalten, indem das Zusammenwachsen der Stadt mit dem zukĂŒnftigen Cottbuser Ostsee gezielt gefördert wird.

 

 

Aktuelle Planungen und Konzepte

Seeachse Kunstprojekt

Im Rahmen des laufenden Projektes „Radweg Seeachse“, welches eine Verbindung zwischen dem Cottbuser Ostsee und dem Stadtgebiet herstellt, findet aktuell ein begleitendes Kunstprojekt statt. Dabei

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Kunstwettbewerb Seeachse

Als zentrales Segment der Entwicklung der Seevorstadt soll der geradlinige Raum „Seeachse“ den BrĂŒckenschlag zwischen Innenstadt und See schaffen und eine klare stadtrĂ€umliche Ausrichtung der Stadt zum Wasser markieren. Ziel des begleitenden Kunstprojektes ist die Sichtbarmachung und kĂŒnstlerische Inszenierung der geplanten Wegeverbindung „Radweg Seeachse“ zwischen Cottbuser Ostsee und Stadtgebiet.

Den Rahmen fĂŒr das Kunstprojekt bildet ein nichtoffener Wettbewerb fĂŒr lokale, nationale und internationale (polnische) KĂŒnstler*innen.
Aus 39 VorschlĂ€gen durch KunstverbĂ€nde, Wettbewerbsbetreuung, Fördermittelgeber und Stadt reichten schließlich neun Kunstschaffende ihre BeitrĂ€ge im November 2022 ein. Das Preisgericht fĂŒr die Beurteilung der WettbewerbsbeitrĂ€ge setzte sich aus vier Fachpreisrichter*innen und drei Sachpreisrichter*innen zusammen. In der Preisgerichtssitzung im Januar 2023 wurde aus den EntwĂŒrfen der Wettbewerbssieger ermittelt.

Die Arbeiten wurden nach folgenden Kriterien zur ErfĂŒllung der Wettbewerbsaufgabe beurteilt:
Entwurfsidee und kĂŒnstlerischer Leitgedanke,
gestalterische und rÀumliche QualitÀt,
Nachhaltigkeit und UmweltvertrÀglichkeit und
Investitionskosten innerhalb des Kostenrahmens, Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Unterhalt.

Nach ausfĂŒhrlich gefĂŒhrter vergleichender Diskussion der Arbeiten konnte sich der Entwurf „AUS DER SPUR“ als 1. Rang durchsetzen.
Das Siegerprojekt soll 2023/2024 realisiert werden. Die Verteilung der weiteren Preise gliedert sich wie folgt: 2. Preis: „hybride“; 3. Preis: „SchrĂ€ge Gemeinschaft“; Anerkennung: „AUFTAKT“.

Das Kunstprojekt erhÀlt eine 100 Prozent-Zuwendung aus dem Bundeshaushalt im Rahmen der Richtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs 2021-2023 (Sofortprogramm).

Visualisierung
AUS DER SPUR
Platz 1
Visualisierung
hybride
Platz 2
Finale Installation Visualisierung
SchrÀge Gemeinschaft
Platz 3
Visualisierung
AUFTAKT
Anerkennung
Walle Welle
Walle Welle
Ohne Titel
Ohne Titel
Perspektive
Woher-Wohin
Visualisierung
SAATBAND

Seevorstadt

FĂŒr die Cottbuserinnen und Cottbuser entwickelt sich zwischen der Innenstadt und dem Ufer des kĂŒnftigen Cottbuser Ostsees in den kommenden Jahrzehnten ein völlig neues Stadtquartier in WassernĂ€he. In einer weiteren Stadtumbauphase wird dafĂŒr ein großes altindustrielles Gewerbegebiet bis ca. 2035 umgenutzt und aufgewertet. Die „Seevorstadt“ lĂ€sst die Stadt Cottbus/Chóƛebuz und das zukĂŒnftige GewĂ€sser zusammenwachsen und setzt unter den Aspekten der CO2-NeutralitĂ€t und Klimagerechtigkeit neue Impulse fĂŒr die Stadt- und Wirtschaftsentwicklung.

Die Einzigartigkeit des Gesamtkonzepts „Cottbuser Ostsee“ wird sich auch in der Entwicklung der Seevorstadt wiederspiegeln. Als Reallabor der Energiewende soll das neue ca. 300 ha große Stadtquartier aktuelle Fragen der Stadtentwicklung praxisorientiert und forschungsbegleitend beantworten. Das Fundament des Modellvorhabens bilden drei Leitthemen: Erholen und Erleben; Innovation und Erfindergeist & Nachhaltige Stadtentwicklung.

Abbildung: Verortung der Initialbereiche entlang der Seeachse (Quelle: ICL Ingenieur Consult GmbH; Stadt Cottbus)

Im Jahr 2018 beauftragte die Stadt Cottbus/Chóƛebuz die „ICL Ingenieur Consult GmbH“ mit der Erarbeitung einer „Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee“.  Damit erfolgte ein erster wesentlicher Bestandteil fĂŒr eine planerische Konkretisierung des Stadtquartiers. Die Kernaufgabe lag in der VerknĂŒpfung der vorliegenden Konzepte und Untersuchungen (u.a. INSEK, STUB, Leitbild, Masterplan) zu einer Gesamtstrategie fĂŒr die Entwicklung der relevanten Bereiche „Stadt, See und Umland“. Als informelles Planungsinstrument wurden Vorgaben und Zielsetzungen fĂŒr die kĂŒnftige Entwicklung des Betrachtungsraumes zwischen Stadtzentrum und Cottbuser Ostsee dargestellt.

Die Strategie dient diesbezĂŒglich als Orientierungsrahmen fĂŒr die rĂ€umliche und funktionale Organisation sowie als Grundlage der weiteren Planung. Im Wesentlichen setzt sich das Teilkonzept mit den Chancen der Stadt bezĂŒglich ihrer Lage zum Cottbuser Ostsee auseinander.

Im Ergebnis der Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee wurden mögliche Initialbereiche festgehalten, die einen hohen Nutzen fĂŒr eine nachhaltige Stadtentwicklung im Betrachtungsbereich darstellen (siehe Abbildung). Diese umfassen Teilprojekte mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen, die in mehreren Stufen realisiert werden können. Zu den sechs Bereichen gehören:

  • Wasser- und Energiecampus als Innovationsstandort
  • MobilitĂ€tskreuz
  • Seeachse
  • Behörden- und Bildungszentrum
  • GrĂŒnes Wohnen plus
  • Zentrum postfossile Energie

In einer ersten Stufe sollen bis ins Jahr 2025 sĂ€mtliche vorbereitenden Maßnahmen erfolgen. Als zentraler Ausgangspunkt ist der Bau der Seeachse zu betrachten, von der aus sich die Seevorstadt ausdehnend entwickeln soll. In der zweiten Stufe, die bis 2030 abgeschlossen sein soll, erreicht die Seeachse ihre volle FunktionsfĂ€higkeit und dient als bindendes Element zwischen der Kernstadt und dem Hafen am Cottbuser Ostsee.In der dritten Stufe, die ĂŒber das Jahr 2030 hinausgeht, erfolgt eine stetige Verdichtung des neuen Stadtquartiers.

Die Entwicklungsstrategie (Stand September 2020) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

Abbildung: RĂ€umliches Leitbild Seevorstadt (Quelle: BĂŒro Nagler & Dieck)

Auf Grundlage der Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee wurde 2020 das BĂŒro „Nagler & Dieck Architekten und Stadtplaner“ damit beauftragt, ein rĂ€umliches Leitbild zu erstellen. Dieses konkretisiert den zuvor gesteckten Rahmen in ersten stĂ€dtebaulichen und freiraumplanerischen Strukturen. Im Grundsatz beschreiben rĂ€umliche Leitbilder gesetzte strategische Ziele und Vorhaben detaillierter und nehmen Bezug zu gĂŒltigen stĂ€dtebaulichen und stadtplanerischen Leitbildern.

Diese verfolgen das Ziel, die Stadt im Sinne einer möglichst nachhaltigen Entwicklung zu prĂ€gen. Zu den Zielen, die auch in der Seevorstadt BerĂŒcksichtigung finden sollen, gehören:

  • Die Stadt der kurzen Wege
  • Die dichte und durchmischte Stadt (Arbeiten und Wohnen)
  • Die klimaangepasste und klimagerechte Stadt
  • Die GrĂŒne Stadt
  • Die Soziale Stadt

Mithilfe des rĂ€umlichen Leitbilds sollen unterschiedliche Quartierstypen in der Seevorstadt verortet werden, die den Zielen der Stadtentwicklung zutrĂ€glich sind. Der Grad der Verdichtung soll dabei mit steigender Entfernung von der Seeachse abnehmen, sodass ein stufenloser Übergang vom Urbanen zu den dörfischen Bereichen in Merzdorf und Dissenchen möglich wird.

Das RĂ€umliche Leitbild (Stand Januar 2021) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

Abbildung: Ausschnitt Vorstufe Rahmenplan (Quelle: Stadt Cottbus)

Die Ergebnisse des rĂ€umlichen Leitbilds stellen eine weitere Planungsgrundlage fĂŒr die Entwicklung der Seevorstadt dar. In einem internen Arbeitsprozess wurden die Erkenntnisse durch den Fachbereich Stadtentwicklung abgeleitet und die Vorstufe zum Rahmenplan erstellt. Diese enthĂ€lt bereits ĂŒbergeordnete Maßnahmen, die in den kommenden Jahren priorisiert und konkretisiert werden sollen. Diese beschreiben sowohl die Art der Bebauung als auch die geplante Erscheinung des Ortsbildes sowie der GrĂŒn-, Frei- und VerkehrsflĂ€chen. DarĂŒber hinaus werden bereits konkrete Stellen fĂŒr den Grunderwerb und den Abbruch störenden Gewerbes verortet.

Die Vorstufe zum Rahmenplan (Stand Dezember 2020) sowie weitere Dokumente finden Sie hier.

 

Abbildung: Entwurf Rahmenplan, Stand September 2021 (Quelle: ISSS research | architecture | urbanism, bauchplan ).( landschaftsarchitekten und stadtplaner)

Auf Basis dieser festgelegten Rahmenbedingungen entstand eine erste Qualifizierung des Rahmenplans. Der erste Entwurf des stĂ€dtebaulichen Rahmenplans Seevorstadt sieht das Ziel, ein klimagerechtes, gemischt-genutztes und lebendiges sowie urbanes Stadtquartier zwischen der Cottbuser Innenstadt und dem kĂŒnftigen Ostsee mit eigenstĂ€ndiger IdentitĂ€t zu schaffen. Dieser wurde bereits den Stadtverordneten, Anwohnern, EigentĂŒmern und interessierten Besuchern vorgestellt, auch in Form eines Quartiersspaziergangs auf der Seeachse.
Mit dem stĂ€dtebaulichen Rahmenplan soll eine ausreichend gegenstĂ€ndliche Handlungsgrundlage fĂŒr die weitere Planung des Stadtumbauprozesses entstehen.

Eine ausfĂŒhrliche PrĂ€sentation zum Rahmenplan mit ErlĂ€uterungen zur Leitidee, den Entwicklungsstufen, MobilitĂ€t, Nutzungsverteilung, Freiraum, Klimaresilienz bis hin zur Quartiersentwicklung kann hier angeschaut und heruntergeladen oder ĂŒber diese Galerieansichten eingesehen werden:

Leitidee
Rahmenplan / Entwicklungsstufen
MobilitÀt / Nutzung / Freiraum
Klima / Quartiersentwicklung

Außerdem stehen hier Dokumente zum Rahmenplan, wie eine Maßnahmenliste, die Beschlussvorlage und weiteres zur VerfĂŒgung.

Die Entwicklungsstrategie Cottbuser Ostsee verknĂŒpft verschiedene Planungsgrundlagen zu einer Gesamtkonzeption der relevanten Bereiche „Stadt, See und Umland“. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die VerknĂŒpfung der Stadt mit dem Wasser.

FĂŒr eine Inwertsetzung sowie der Schaffung von Synergieeffekten bezĂŒglich des Wachstumsraums und der touristischen Infrastruktur, wird die Aufwertung der Seevorstadt durch die Anlage einer „Kanallandschaft“ angestrebt. Diese verfolgt das Ziel das Wasser in die Seevorstadt zu holen, um einerseits eine Verbindung zwischen dem Ostsee und der Spree herzustellen und andererseits eine klimaangepasste, attraktive Landschaft mit Wasserbecken und kĂŒnstlichen KanĂ€len entlang der Seeachse zu realisieren.

FĂŒr grundlegende Aussagen zu einer planerischen Ausgestaltung sowie der technisch-rechtlichen Realisierbarkeit wurde 2019 durch die Stadt Cottbus/Chóƛebuz die „Machbarkeitsstudie Kanallandschaft“ beauftragt.

Bereits im Mai 2018 hat die Stadt Cottbus/Chóƛebuz fĂŒr den Bereich entlang der ehemaligen Bahntrasse Cottbus-Guben, zwischen den Stadtteilen Sandow, Merzdorf und Dissenchen, die Grundlagen mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. O/25, 26/113 “Seeachse Cottbuser Ostsee“ fĂŒr die Entwicklung der Seevorstadt gebildet. Mit ihrer Grundsatzposition zum Cottbuser Ostsee als Schwerpunktprojekt der kĂŒnftigen Stadtentwicklung wurde der Bedeutung des Gesamtprojekts öffentlich Nachdruck verliehen.

Aufgrund des Bekanntwerdens von FlĂ€chenverkaufsabsichten und GrundstĂŒcksverĂ€nderungen innerhalb des festgelegten Geltungsbereichs stellte sich die Notwendigkeit heraus, ein Sicherungs- und Handlungsinstrument im Bereich des privaten GrundstĂŒcksverkehrs einzufĂŒhren. Um eine geordnete, den Zielen der vorangegangenen Planungen (Masterplan, Potenzialanalyse, Entwicklungsstrategie) zutrĂ€gliche stĂ€dtebauliche Entwicklung gewĂ€hrleisten zu können, steht der Stadt Cottbus/Chóƛebuz ein besonderes Vorkaufsrecht im Sinne des § 25 Abs. 1 Nr. 2 BauGB an unbebauten und bebauten GrundstĂŒcken zu.

In ihrer Sitzung am 25.11.2020 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Cottbus/Chóƛebuz die Vorkaufsrechtssatzung rechtsbindend beschlossen. Damit mĂŒssen privatwirtschaftliche Verkaufsabsichten von GrundstĂŒcken im Geltungsbereich „Seeachse Cottbuser Ostsee“ der Stadt Cottbus/Chóƛebuz angezeigt werden, welche ein bevorzugtes Recht auf Erwerb der betreffenden FlĂ€chen hat. Erst bei Ablehnung des GrundstĂŒckskaufs durch die Stadt dĂŒrfen Dritte Erwerbsverhandlungen aufnehmen.

Alle wichtigen Dokumente und der Lageplan mit dem rĂ€umlichen Geltungsbereich der Satzung stehen auf der Stadtseite zum Download zur VerfĂŒgung.

Hafenquartier

Das Hafenquartier am Cottbuser Ostsee soll als urbaner Ort u. a. mit Gewerbe-, Dienstleistungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Wohnen/Ferienwohnen gestaltet werden. Mit dem Quartier wird ein neuer stĂ€dtischer Bezugspunkt fĂŒr die Entwicklung des urbanen Raumes zwischen der Innenstadt und dem See geschaffen.

Das Quartier steht beispielhaft fĂŒr eine innovative Entwicklung der Bergfolgelandschaft und trĂ€gt gleichzeitig zur UnterstĂŒtzung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Cottbus/Chóƛebuz bei.

Bei den Planungen wurde daher ein besonderer Schwerpunkt auf die Umsetzung von nachhaltigen, klimaschĂŒtzenden und energieeffizienten Versorgungskonzepten gelegt.

Als Bindeglied zwischen Stadt und See soll das Quartier mit dem Stadthafen zukunftsweisend und nachhaltig gestaltet werden. Der auf diesem Wege geschaffene neue Stadtteil soll Modell fĂŒr andere Bergbaufolgelandschaften sowie Strukturwandelregionen stehen und kann der Stadt Cottbus/Chóƛebuz gleichwohl als „AushĂ€ngeschild“ dienen.

Abbildung: Wettbewerbsentwurf Hafenquartier (Quelle: Fehlig Moshfeghi Architekten BDA)

Der intensive Planungs- und Beteiligungsprozess mit den unterschiedlichen InteressentrĂ€gern sowie der Öffentlichkeit soll fortgesetzt und projektbezogen intensiviert werden. In diesem Zusammenhang wurde durch die Stadt Cottbus/Chóƛebuz im Jahr 2017 ein nichtoffener stĂ€dtebaulich-landschaftsgestalterischer Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zum Hafenquartier ausgelobt.

Im Zuge des Wettbewerbs wurden die EntwĂŒrfe des BĂŒros „Fehlig Moshfeghi Architekten BDA“ aus Hamburg mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Aufgrund des wertvollen Beitrags, der eine qualitĂ€tsvolle Entwicklung des Gesamtkonzepts ĂŒber den gesamten Entwicklungszeitraum gewĂ€hrleistet, erhielt das ArchitekturbĂŒro den Auftrag fĂŒr die weitere Qualifizierung und Konkretisierung der stĂ€dtebaulich-landschaftsgestalterischen Planung.

NÀhere Informationen zum Planungswettbewerb sowie die Ergebnisse der anderen PreistrÀger können Sie hier einsehen.

 

Abbildung: Weiterentwicklung des Entwurfs (09/2020) (Quelle: Fehlig Moshfeghi Architekten BDA)

Seit September 2020 liegen die Endfassung des stĂ€dtebaulichen Entwurfs sowie das MobilitĂ€ts- und Energieversorgungskonzept vor. Neben einer Detaillierung der stĂ€dtebaulichen und architektonischen Strukturen wurde sowohl Augenmerk auf die Gestaltung der Frei- und GrĂŒnrĂ€ume als auch auf die Gestaltung einer innovativen, zukunftsgewandten Marina gelegt.

 

Begleitend wurde durch die BTU Cottbus-Senftenberg (Fachgebiet Stadttechnik, Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol) eine verkehrstechnische und energetische Konzeption entwickelt, in welcher unterschiedliche Varianten und Potenziale zur Erreichung der angestrebten Umwelt-und Nachhaltigkeitsziele fĂŒr das neue Stadtquartier untersucht wurden. In Anbetracht der Charakterisierung als Pilotprojekt mit zukunftsweisendem Modellcharakter fĂŒr andere Strukturwandelregionen wurde u.a. die Möglichkeit zur Entwicklung des Hafenquartiers als CO2-neutralen Stadtteil dargestellt.

FĂŒr die Weiterentwicklung des stĂ€dtebaulich-landschaftsgestalterischen Entwurfs zu einer integrierten Gesamtkonzeption bildete sich ein Planungskollektiv aus dem beauftragten ArchitekturbĂŒro „Fehlig Moshfegi Architekten BDA“, dem „gartenlabor brunslandschaftsarchitektur“ sowie der „Deutsche Marina Consult“. Die Ergebnisse bilden eine umfassende Grundlage fĂŒr die weitere Planung des Hafenquartiers und berĂŒcksichtigen vielfĂ€ltige Aspekte fĂŒr ein nachhaltiges Planen und Bauen.

Die Endfassung des stĂ€dtebaulichen Entwurfs sowie das MobilitĂ€ts- und Energieversorgungskonzept stehen auf der Cottbuser Stadtseite zur VerfĂŒgung.

Abbildung: Auszug PrÀsentation MobilitÀts-und Energieversorgungskonzept BTU (Quelle: Willner Visualisierung Potsdam)


 

Auf Grundlage des stĂ€dtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurfs wird ein Bebauungsplan (B-Plan) aufgestellt. ZunĂ€chst erfolgt fĂŒr den B-Pan ein Vorentwurf. In AbhĂ€ngigkeit vom Flutungsfortschritt des Cottbuser Ostsees soll auf Basis des Bebauungsplans, ein Investorenwettbewerb stattfinden. Ziel ist es, die 9 zur VerfĂŒgung stehenden und mit unterschiedlichen Ausrichtungen vorgesehen Baufelder an die erfolgversprechendsten und plausibelsten Entwicklungskonzepte zu vergeben. Eine der Voraussetzungen fĂŒr einen Zuschlag ist die Einhaltung der im Gestaltungshandbuch fixierten Maßgaben. Dadurch soll gewĂ€hrleistet werden, dass das Hafenquartier in höchster stĂ€dtebaulicher und freirĂ€umlicher QualitĂ€t errichtet wird und gleichermaßen die gesetzten Nachhaltigkeitsziele BerĂŒcksichtigung finden.

StrÀnde

Der zukĂŒnftige Cottbuser Ostsee soll zu einem wichtigen Naherholungsziel fĂŒr die gesamte Region werden. Wesentlicher Bestandteil fĂŒr Freizeit, Entspannung und Regeneration ist das Erlebbarmachen von Wasser und Natur. In diesem Zusammenhang sollen am Ostsee fĂŒnf StrĂ€nde entstehen, die in ihrem Angebot und ihrer AusprĂ€gung unterschiedlichste Interessengruppen ansprechen sollen.

Die fĂŒnf StrĂ€nde, die sich um den gesamten Cottbuser Ostsee verteilen, sollen vielfĂ€ltige, multicodierte, jeweils eigenstĂ€ndig charakterisierte Natur- und Erholungsbereiche aufweisen, welche den Tourismus, die Naherholung und das Naturerleben mit einem attraktiven Sport- und Freizeitangebot verknĂŒpfen.

Mit der Grundlagenermittlung, Vorplanung in drei Varianten und Entwurfsplanung der Vorzugsvariante fĂŒr den Hauptstrand am Cottbuser Ostsee ist die ARGE IPP Hydro Consult Cottbus und atelier 8 landschaftsarchitektur Berlin beauftragt. Die Arbeitsgemeinschaft ist ebenfalls mit der Planung und Gesamtkonzeption des Rundweges betraut, wodurch eine integrative Bearbeitung beider Teilbereiche möglich wird. Ziel ist die Entwicklung eines stĂ€dtisch-urbanen Strands in NĂ€he des modernen Hafenquartiers mit vielfĂ€ltigen Angeboten fĂŒr GĂ€ste und Einheimische.

Abbildung: Variantenskizze aus dem Erarbeitungsprozess der ARGE IPP Hydro Consult + atelier 8 landschaftsarchitektur

Mit der Freiraumplanung sowie der verkehrstechnischen und stadttechnischen Erschließung der NebenstrĂ€nde wurde die ARGE Belvedere und Gehrke Landschaftsarchitekten aus Berlin beauftragt. Auf Grundlage des Masterplans sowie vorangegangener Analysen und Strategien werden Konzeptionen fĂŒr den Naturstrand SĂŒdspitze, den Merzdorfer Strand, den Willmersdorfer Strand sowie den BĂ€renbrĂŒcker Strand erarbeitet.
Im ersten Schritt erfolgt die Grundlagenermittlung sowie die Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes mit je zwei Varianten pro Strand. Die breite Beteiligung und kollektive Erarbeitung der Planungen mit den betroffenen Gemeinden, Interessensgemeinschaften, Gremien und Behörden ist dabei ein wesentlicher Bestandteil im Arbeitsprozess.

Abbildung: Übersicht NebenstrĂ€nde (Quelle: Bau- u. Verkehrsausschuss 12.10.22)

 

  • Naturstrand SĂŒdspitze

Beim Naturstrand SĂŒdspitze handelt es sich um den kleinsten Strand am Cottbuser Ostsee, der zudem nicht in der NĂ€he von Ortslagen gelegen ist. Im Vordergrund steht hier die Schaffung eines Strands mit Naturcharakter. In diesem Zusammenhang soll an dieser Stelle ein FFK-Strand entstehen, der auch Bereiche vorsieht, die fĂŒr Hunde freigegeben sind. Die Erschließung des Strands, der fĂŒr maximal 700 Personen ausgelegt ist, erfolgt ausschließlich ĂŒber den Rundweg. Parkmöglichkeiten fĂŒr den motorisierten Individualverkehr sind nicht vorgesehen.

Abbildung: Naturstrand SĂŒdspitze (Quelle: Potenzialanalyse Cottbuser Ostsee)

 

  • Merzdorfer Strand

Der Merzdorfer Strand befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hafenquartier und dient mit einer KapazitĂ€t von bis zu 2.600 Besuchern als Neben- bzw. Ausweichstrand fĂŒr den Hauptstrand. Zielgruppe fĂŒr diesen Bereich sind vorwiegend BadegĂ€ste aus dem lokalen Umfeld mit in der Regel kĂŒrzerer Verweildauer. Die Anreise soll vorwiegend unmotorisiert ĂŒber den Rundweg erfolgen, da keine separaten ParkplĂ€tze vorgesehen sind.

Abbildung: Merzdorfer Strand (Quelle: Potenzialanalyse Cottbuser Ostsee)

 

  • Willmersdorfer Strand

Der Willmersdorfer Strand ist verbunden mit der ehemaligen Ortslage Lakoma, der als ,,Erinnerungsort” an die durch den Tagebau zurĂŒckgebauten Orte ausgefĂŒhrt werden soll. Zusammen bildet der Bereich den zentralen Knotenpunkt am See fĂŒr Radfahrer vom Seerundweg zu (ĂŒber)regionalen Radwegen bzw. umgekehrt. Er dient als PrĂ€sentations- und Ausflugsstandort fĂŒr schwimmende Architektur am See und soll zudem Sport- und SpielflĂ€chen integrieren. Zielgruppe sind in erster Linie Tagesbesucher und AusflĂŒgler sowie BadegĂ€ste aus dem lokalen Umfeld.

Abbildung: Willmersdorfer Strand (Quelle: Potenzialanalyse Cottbuser Ostsee)

 

  • BĂ€renbrĂŒcker Bucht

Die BĂ€renbrĂŒcker Bucht liegt im nordöstlichen Uferbereich des Cottbuser Ostsees und ist mit ausreichendem Abstand zu den Ortslagen prĂ€destiniert fĂŒr Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf Wassersport und Musikevents. Als Aktiv- bzw. Surfstrand sollen hier Wind- und Kitesurfangebote zu finden sein und auch großzĂŒgige Sport- und SpielflĂ€chen integriert werden. Zielgruppe ist ein tendenziell jĂŒngeres Publikum. Entsprechend sind ein Beachvolleyballfeld, eine Zeltwiese sowie WohnmobilstellplĂ€tze vorgesehen. Die Erschließung erfolgt ĂŒber den Rundweg sowie ĂŒber die L473 zur B97 fĂŒr den motorisierten Individualverkehr. In diesem Zusammenhang sollen vor Ort ungefĂ€hr 250 StellflĂ€chen entstehen.

Abbildung: BĂ€renbrĂŒcker Bucht (Quelle: Potenzialanalyse Cottbuser Ostsee)

Rundweg

Neben der Schaffung eines attraktiven Naherholungsgebietes wird angestrebt, insbesondere das Umfeld des Sees zu einem gestalterischen Impulsgeber zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund soll ein ca. 27 km langer Rundweg als erstes Initialprojekt den entstehenden See umschließen.

Ziel ist dabei die Integration der vielfĂ€ltigen stĂ€dtebaulichen und touristischen SchlĂŒsselprojekte der Stadt Cottbus/Chóƛebuz und der Anrainergemeinden sowie das Erlebbarmachen der Geschichte und Kultur rund um den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord. Der Planungsprozess wird voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2023 in Anspruch nehmen. Die Fertigstellung ist fĂŒr 2027 vorgesehen.

Erlebbarmachen der Ortsgeschichte
Unter dem Begriff der „Zeitschichten“ soll die Geschichte entlang des Rundwegs sichtbar gemacht werden. In diesem Zusammenhang soll auf ehemalige Ortschaften und Straßen sowie auf die ehemalige Bahnlinie nach Guben hingewiesen und deren Historie erzĂ€hlt werden. Besonders geschichtstrĂ€chtige Orte sollen interaktive Stationen bekommen, an denen dem nicht mehr Sichtbaren erinnert wird. Dadurch sollen dem Rundweg neben sportlichen und naturerlebnisnahen AktivitĂ€ten auch kulturhistorische Aspekte zuteilwerden, sodass die Geschichte des Gebietes auch zukĂŒnftigen Generationen in Erinnerung bleibt.

Vielfalt der Orte und Stationen
Neben den bereits im Rahmen des Masterplans festgelegten Stationen sollen ergĂ€nzende Rast- und Aussichtspunkte am Rundweg angelegt werden. Dabei sollen thematische Akzente mit unterschiedlichen Angeboten gesetzt werden, um den Rundweg zu einem spannenden Entdeckungspfad auszugestalten. Durch unterschiedliche Bepflanzung können zudem verschiedene ErlebnisrĂ€ume entstehen. Vorgeschlagen werden beispielsweise BĂ€ume mit HerbstfĂ€rbung auf der Westseite und FrĂŒhjahrsblĂŒher wie Kirschen auf der Ostseite des Sees.

Sport und Bewegung
Wesentliche Zielsetzung ist, dass der Rundweg möglichst vielen AnsprĂŒchen und Bedarfen gerecht wird. Die BedĂŒrfnisse von Radfahrern, Skatern, Wanderern und LĂ€ufern sollen demnach gleichermaßen berĂŒcksichtigt werden. Um dies zu gewĂ€hrleisten, wird die Organisation des Neben- und Miteinanders verschiedenster Nutzergruppen eine entscheidende Rolle spielen. In höher frequentierten Bereichen soll dies durch die Ausgestaltung getrennter BelagsflĂ€chen erfolgen. In diesem Zusammenhang wird auch genug Raum fĂŒr das Austragen spezifischer Sportveranstaltungen BerĂŒcksichtigung finden.

FĂŒr die Gesamtkonzeption und Planung des Rundwegs am zukĂŒnftigen Ostsee wird die Stadt Cottbus/Chóƛebuz mit 1,6 Mio. Euro aus der Strukturwandelförderungen des Bundes unterstĂŒtzt, die eine umfassende Beteiligung vorsieht. Mit der Erarbeitung der Planung wurde die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus IPP Hydro Consult GmbH Cottbus und atelier 8 landschaftsarchitektur Berlin beauftragt. Das naturschutzfachliche Gesamtkonzept wird durch die BĂŒros Fugmann Janotta und Partner mbB und Ökoplan Institut fĂŒr ökologische Planungshilfe erarbeitet. Der integrierte Planungsprozess wird voraussichtlich bis 2023 durchgefĂŒhrt.

Planungsverlauf:

  • 07/2022 Auftaktveranstaltung mit Projektpartnern
  • 09/2022 Beratung mit der LEAG zu Uferabstand in bestimmten Trassenbereichen
  • 10/2022 Beratung mit OrtsbeirĂ€ten Dissenchen/Schlichow, Merzdorf und Willmersdorf
  • Anschließend Beginn konkreter Trassenplanung auf Ostseite des zukĂŒnftigen Ostsees
Abbildung: Projektablauf Rundweg (Quelle: Bau- u. Verkehrsausschuss 12.10.22)

BuGa 2033

Im Jahr 1995 war die Stadt Cottbus/Chóƛebuz Austragungsort der ersten Bundesgartenschau (BuGa) in den neuen BundeslĂ€ndern. Mit ĂŒber 2,4 Millionen GĂ€sten konnten die nachwendlichen EntwicklungsschĂŒbe sowie die Transformation vom Kohlerevier zu einer blĂŒhenden Landschaft einer breiten Öffentlichkeit prĂ€sentiert werden.

Bereits 38 Jahre spĂ€ter möchte die Stadt Cottbus/Chóƛebuz erneut Ausrichterin der Bundesgartenschau werden. Die „BuGa 2033“ soll dabei unter dem Blickwinkel einer Region im Wandel sowie einer nachhaltigen Stadtentwicklung stehen.

Die Bundesgartenschau ist eine saisonale Dauerveranstaltung zum Gartenbau und der Landschaftsarchitektur, die im Zweijahresturnus in ausgewĂ€hlten StĂ€dten der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen wird. In der Regel erfolgen im Rahmen einer Bundesgartenschau umfangreiche Freiraumgestaltungen sowie die Schaffung biodiverser grĂŒn-blauer Infrastruktur, welche fĂŒr den Ausstellungszeitraum als Touristenmagneten fungieren. Nach Austragung der Veranstaltung soll der ins Stadtbild integrierte GrĂŒnraum einen nachhaltig lebenswerten Aufenthaltsraum fĂŒr die Stadtbewohner darstellen.

Die Geschichte der BuGa geht bis auf öffentliche Pflanzenschauen im 19. Jahrhundert zurĂŒck. In ihrer heutigen, stadtentwicklungsfördernden Form wird sie seit 1951 regelmĂ€ĂŸig ausgetragen. Die gesteckten Aufgaben und Oberziele haben sich in den vergangenen 70 Jahren kaum verĂ€ndert. Diese betreffen unter anderem die Schaffung von Stadtparks, die Wohnumfeld-BegrĂŒnung, Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedernutzbarmachung ehemaliger Industrie- und MilitĂ€rflĂ€chen, die Reorganisation von Verkehrsanlagen, die Rekonstruktion von GĂ€rten und Naturdenkmalen, den Bau von Sport-, Freizeit- und Tourismusinfrastruktur, die FlĂ€chenentsiegelung sowie die Realisierung regionaler Entwicklungsszenarien.

Abbildung: BUGA 1995 (Quelle: Buga ÂŽ95 Cottbus GmbH)

Im Jahr 1995 trug Cottbus/Chóƛebuz die 23. Bundesgartenschau aus und nutzte die Chance sich ĂŒberregional einen Namen als Stadt zu machen, welcher der Wandel von der „DDR-Betonmetropole“ zu einer jungen, grĂŒnen Kulturgroßstadt gelingt. Hauptbestandteil der damaligen Maßnahmen war die Neuanlage des Spreeauenparks, der die LĂŒcke zwischen Wohnbebauung im Stadtteil Sandow und der PĂŒckler‘schen Kulturlandschaft in und um Branitz Schloss. DarĂŒber hinaus wurden die Erfolge des Strukturwandels, wie die GrĂŒndung der Brandenburgischen Technischen UniversitĂ€t Cottbus als Wissenschaftsstandort sowie die umfangreiche Innenstadtsanierung, publikumswirksam sichtbar gemacht.

Abbildung: Gesamtplan des BUGA-GelÀndes 1995 (Quelle: Buga Ž95 Cottbus GmbH)

Mit dem bevorstehenden Ausstieg aus dem Kohlebergbau befindet sich die Stadt Cottbus/Chóƛebuz aktuell inmitten eines weiteren Strukturwandels. Eines der Kernprojekte der kommenden zwei Jahrzehnte ist die Konversion des ehemaligen „Braunkohletagebaus Cottbus-Nord“ zum grĂ¶ĂŸten kĂŒnstlichen See Deutschlands – dem „Cottbuser Ostsee“. Neben zentralen Themen, wie der Verbindung von alten und neuen Kulturlandschaften, einer klimagerechten Stadtentwicklung, der „Smart-City-Digitalisierungsstrategie“ sowie neuer, innovativer MobilitĂ€tskonzepte, nimmt der Ostsee die Bedeutung eines Projekts mit ĂŒberregionaler Signalwirkung ein. Aufgrund der enormen bereits zurĂŒckliegenden wie auch noch folgenden Entwicklungen wird eine erneute Austragung der Bundesgartenschau im Jahr 2033 angestrebt, um Cottbus/Chóƛebuz als Modellstadt im Strukturwandel zu prĂ€sentieren.

Abbildung: BUGA Cottbus 2033 (Quelle: SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten)

Zur UnterstĂŒtzung und fachlichen Untermauerung einer formalen Bewerbung durch die Stadt Cottbus/Chóƛebuz befindet sich seit Mitte 2020 eine Machbarkeitsstudie in Bearbeitung. FĂŒr diese konzeptionelle Untersuchung wurde eine Arbeitsgemeinschaft, unter FĂŒhrung des BĂŒros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH aus Berlin, beauftragt. Es sollen die sich aus einer Vielzahl an Workshops ergebenen Ergebnisse vorliegen, sodass eine formale Bewerbung mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erfolgen kann.

Die Inhalte der Machbarkeitsstudie betreffen im Grundsatz die folgenden Positionen, die in der weiteren Bearbeitung u.U. angepasst und konkretisiert werden:

Potenziale bzw. Ausrichtung der BuGa sowie der kĂŒnftigen Stadtentwicklung

  • Sommerliches BĂŒrgerfest; Vernetzung der Stadtgesellschaft; die nachhaltige Stadt
  • „Stadtlabor“: visionĂ€re Stadt- und Freiraumentwicklung

RÀumliche Verortung des BuGa-GelÀndes

  • Konzentriert; bandartig; Satelliten oder Synthese aller Varianten

Themen fĂŒr die BuGa – regionaler Bezug

  • Kulturgeschichte
  • Kohleabbau und Energiegewinnung
  • Zerstörung von Landschaft und Verlust natĂŒrlicher Lebensgrundlagen
  • Suche nach IdentitĂ€t – vielfache Umbruchserfahrungen (4. Strukturwandel)

VerknĂŒpfung alter und neuer KulturrĂ€ume

  • FĂŒrst PĂŒckler als Identifikations- und Orientierungsfigur

Forum Lausitz

  • SolitĂ€res Highlight am Stadthafen
  • Vertiefung der Kulturgeschichte sowie der BuGa-Bausteine

(ĂŒber)-regionaler Kontext

Eine PrÀsentation zum Arbeitsstand der Machbarkeitsstudie vom 15.11.2021 sowie einen Livestream dazu finden Sie auf www.cottbus-stadtentwicklung.de/wanderausstellung/#buga.

Masterplan

Beim Masterplan handelt es sich um ein offenes, informelles Planungs- und Managementinstrument mit Empfehlungscharakter fĂŒr alle am Planungsprozess beteiligten Akteure.

2006 haben alle vier stimmberechtigten Gemeinden des Inselrates den Masterplan mit wortgleichen Beschlusstexten in ihren kommunalen Gremien als langfristige Arbeitsleitlinie verabschiedet.

Der Masterplan „Cottbuser Ostsee“ entstand nach dem internationalen Wettbewerb 2000/2001 im Zusammenwirken der BĂŒros von Erst- und Zweitplatzierten. In einem Werkstattverfahren wurden die strukturellen Ideen und GestaltungsansĂ€tze fĂŒr die Bergbaufolgelandschaft unmittelbar um das kĂŒnftige Seeufer herum in einen konzeptionellen Plan vereinigt.

 

Abbildung: Masterplan 3. Fortschreibung (Quelle: Stadt Cottbus)

Nach 7 Jahren wurde der Masterplan ein erstes Mal an neue Erkenntnisse angepasst.
Mit den Ergebnissen aus der Potenzialanalyse zum Cottbuser Ostsee 2016 erfolgte die 2. Fortschreibung.

Im Dezember 2021 wurde zum 3. Mal der Masterplan fortgeschrieben sowie beschlossen.
Durch das Voranschreiten der Teilprojekte, neu hinzugekommene Projekte und die Neuausrichtung auf die Herausforderungen des Strukturwandels waren Anpassungen am Plan erforderlich. Der aktuelle Masterplan wurde technisch neu aufgearbeitet und grafisch ĂŒberarbeitet, die FlĂ€chendarstellungen genauer dargestellt, der Kartenausschnitt vergrĂ¶ĂŸert und die Teilprojekte ergĂ€nzt und fortgeschrieben.

Notwendige Änderungen und Anpassungen sollen in einer potenziellen 4. Fortschreibung wahrscheinlich im Jahr 2026 erfolgen.

Weitere Informationen sowie alle Dokumente zu den Fortschreibungen des Masterplans können hier angeschaut und heruntergeladen werden:


Die interaktive Karte der 3. Fortschreibung findet Einzug in das Geoportal der Stadt und ist auch hier abrufbar.

Abbildung: SchlĂŒssel- und Leitprojekte (Quelle: Stadt Cottbus)

Seit dem Jahr 2006 existiert fĂŒr Cottbus/Chóƛebuz und die weiteren Anrainergemeinden des Sees eine gemeinsam genutzte Plangrundlage fĂŒr die Entwicklung des zukĂŒnftigen Cottbuser Ostsees – der Masterplan. Diese Grundlage bildet die vorgesehenen Entwicklungen am und um den See, jedoch nur in groben GrundzĂŒgen ab. Aus diesem Grund wurde beschlossen, aufbauend auf dem Masterplan, eine Potenzialanalyse hinsichtlich der zu erwartenden freizeitorientierten Naherholung sowie der touristischen und verkehrlichen Entwicklung zu erarbeiten. Im September 2016 haben die Stadtverordneten die Potenzialanalyse “Cottbuser Ostsee” beschlossen.

Die Aufgabenstellung beinhaltete hierbei die Aussagen der 1. Fortschreibung des Masterplans kritisch zu prĂŒfen, weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Die Erkenntnisse der Potenzialanalyse mĂŒndeten anschließend in der 2. Fortschreibung des Masterplans.

FĂŒr die Erarbeitung der Potenzialanalyse wurde ein integrierter Ansatz gewĂ€hlt. So wurde u.a. eine Projektgruppe gebildet, die das ausfĂŒhrende BĂŒro PROJECT M in der Bearbeitung mit ihrem Wissen unterstĂŒtzte. Weiterhin erfolgten diverse ArbeitsgesprĂ€che mit den kommunalen Verwaltungsebenen und weiteren Beteiligten und Betroffenen.

Ziel der Potenzialanalyse war die Erarbeitung eines von allen Anrainern getragenen standortĂŒbergreifenden Leitbilds. DarĂŒber hinaus galt es dem Spannungsfeld zwischen Vision und Machbarkeit zu begegnen.
Die zentralen Punkte der Potenzialanalyse fĂŒr die Entwicklung des zukĂŒnftigen Sees sind das Leitbild und die SchlĂŒsselprojekte. Sie bilden das GrundgerĂŒst fĂŒr den Aufbau einer tragfĂ€higen Infra- und Angebotsstruktur.

Standortentwicklung:

Bei allen bisher getroffenen Festlegungen ist es aufgrund des immer noch langen Planungshorizonts (bis mindesten 2030) wichtig, eine ausreichende FlexibilitĂ€t und genĂŒgend SpielrĂ€ume fĂŒr neue (nicht absehbare) Entwicklungen zu schaffen. Aus diesem Grund sind die in der Potenzialanalyse formulierten (und in den Masterplan ĂŒbertragenen) Standortzuschnitte als OrientierungsgrĂ¶ĂŸen zu verstehen, die in weiteren Planungsschritten zu konkretisieren sind.

Weitere Informationen sowie alle aktuellen Dokumente zur Potenzialanalyse können auf der Cottbuser Stadtseite angeschaut und heruntergeladen werden.

Flurbereinigungsverfahren

In 34 Jahren des Bergbaus hat sich das Landschaftsbild im Bereich des Braunkohletagebaus Cottbus-Nord stark verÀndert.
Aus der Erscheinungs- und NutzungsĂ€nderung der Landschaft resultiert, dass GrundstĂŒcke in ihrer Ursprungsform nicht mehr existent oder verwendbar sind.

FĂŒr die Nachnutzung dieser FlĂ€chen wird eine Neuordnung des lĂ€ndlichen Grundbesitzes entlang der Grenzen des zukĂŒnftigen Cottbuser Ostsees notwendig. Diese Anpassung erfolgt mittels eines „Flurbereinigungsverfahrens“, welches durch das Flurbereinigungsgesetz geregelt ist.

Unter dem Begriff der „Flurbereinigung“ wird die Zusammenlegung und Neuaufteilung von GrundstĂŒckseinheiten verstanden. Dabei werden meist kleine, zersplitterte oder auch ungĂŒnstig gelegene Einheiten zu grĂ¶ĂŸeren, gut nutzbaren GrundstĂŒcken zusammengefasst. Dadurch kann ein abgegrenzter Bereich, der z. B. durch historische Erbfolge und GrundstĂŒcksteilungen aber auch durch NutzungsĂ€nderungen und Umwelteingriffe schwer erreichbar wurde, neugestaltet werden. Ziel ist es, den grĂ¶ĂŸtmöglichen Nutzen fĂŒr alle Beteiligten, die EigentĂŒmer und die Allgemeinheit zu erzielen.

FĂŒr die DurchfĂŒhrung der Flurbereinigung werden in Deutschland verschiedene Verfahren auf Grundlage des Flurbereinigungsgesetzes (FlurbG) angewendet. Die VerfahrensdurchfĂŒhrung beansprucht in der Regel mehrere Jahre, wobei sich die DurchfĂŒhrungsdauer der einzelnen Verfahrensarten stark voneinander unterscheidet. Dementsprechend ist die Wahl des fĂŒr den Sachverhalt geeignetsten Verfahrens notwendig, um die gesetzten Ziele möglichst einfach, schnell und kostengĂŒnstig zu erreichen.

Im Fall des Flurbereinigungsverfahrens „Cottbuser Ostsee“ kommt das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren nach § 86 FlurbG zum Tragen. Dieses wird angewendet, um Verbesserungen der Agrarsituation, der Dorf- und Ortsteilerneuerung, der Entwicklung von GewĂ€ssern sowie der Gestaltung des Landschaftsbildes zu ermöglichen. Im Vergleich zur Regelflurbereinigung ist das vereinfachte Verfahren in einer kĂŒrzeren Zeitspanne durchfĂŒhrbar, da es sich auf wesentliche Verfahrensziele innerhalb festgelegter Verfahrensgrenzen beschrĂ€nkt.

Die durchschnittliche Dauer vereinfachter Flurbereinigungsverfahren liegt bei ca. 7 Jahren von der Anordnung bis zur Schlussfeststellung des Verfahrens.

FĂŒr den ZustĂ€ndigkeitsbereich der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG) wurde durch das Unternehmen am 04.11.216 ein Antrag auf DurchfĂŒhrung des vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens fĂŒr einen 23,5 kmÂČ umfassenden Verfahrensbereich gestellt. Am 04.04.2017 fasste das Landesamtes fĂŒr lĂ€ndliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Luckau (LELF) den Anordnungsbeschluss zur DurchfĂŒhrung des Verfahrens. Die Ziele der Neuordnung konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Schaffung von Volleigentum, die Ausgestaltung wirtschaftlicherer GrundstĂŒcksformen, die Erschließung durch Wegeverbindungen sowie auf die Beseitigung von Investitionshemmnissen.

FĂŒr das Verfahren wird mit einer Dauer bis zum Jahr 2024 gerechnet.

Genehmigung

Das Genehmigungsverfahren fĂŒr den Cottbuser Ostsee ging 2018 in die erneute öffentliche Beteiligung. FĂŒr die Herstellung des Cottbuser Ostsees ist ein Planfeststellungsverfahren nach Wasserhaushaltgesetz erforderlich.

Nach der ersten Einreichung der Planunterlagen durch das Bergbauunternehmen Vattenfall im Jahre 2014 hatte die LEAG die zweite Überarbeitung (Tektur) beim Landesamt fĂŒr Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg eingereicht.

Alle Antragsunterlagen dazu sind auf den Seiten des Landesbergamtes dokumentiert.

Nach PrĂŒfung durch das Landesbergamt als Genehmigungsbehörde wurde am 12.04.2019 der Planfeststellungsbeschluss zur Herstellung des Cottbuser Ostsees mit den entsprechenden gesetzlichen Auflagen und Nebenbestimmungen erteilt.

Der Planfeststellungsbeschluss kann ebenfalls beim Landesbergamt eingesehen werden.

Stadtverwaltung Cottbus/Chóƛebuz

GeschĂ€ftsbereich V – Wirtschaft, Digitalisierung und Strukturentwicklung                                
Rathaus, Neumarkt 5
03046 Cottbus

Stefan Korb
Telefon: 0355 – 612 2560

E-Mail: Wirtschaft@Cottbus.de

Stadtverwaltung Cottbus/Chóƛebuz 

GeschĂ€ftsbereich IV – Stadtentwicklung und Bauen, Fachbereich Stadtentwicklung
Karl-Marx-Straße 67                                                      03044 Cottbus

Doreen Mohaupt  
Telefon: 0355 – 612 4115
E-Mail: Stadtentwicklung@Cottbus.de

 

DSK Deutsche Stadt- und GrundstĂŒcksentwicklungsgesellschaft mbH

Ostrower Straße 15
03046 Cottbus

Mike Lux
Telefon: 0355 – 78002 25
E-Mail: Mike.Lux@dsk-gmbh.de

 

1. Rang zur Realisierung: AUS DER SPUR

KĂŒnstlerinnen: Katharina Hohmann (Mitarbeit Seraphina Lenz), Berlin

ErlÀuterung:
Schienen auf einem Gleisabschnitt von 50 Meter LĂ€nge werden zu einer Wellenfigur gebogen, deren KrĂŒmmungen sich bis auf vier Meter Höhe aus dem Gleisbett erheben, um sich in Auf- und AbwĂ€rtsbewegungen dort wieder einzufinden. Die skulpturale Intervention löst den Schwellen-Rhythmus der Gleise in eine freie, improvisierte Form auf. Sie bildet eine großzĂŒgig in den Raum gezeichnete, doppelte Wellenlinie, die sich parallel und plötzlich dreidimensional in den Landschafts- und Luftraum einschreibt und – wie von allen AnziehungskrĂ€ften befreit – gleichwohl diszipliniert dem originalen Gleisverlauf folgt.

Die Skulptur verwandelt als punktueller kĂŒnstlerischer Eingriff den gesamten Schienenweg in Kunst. Sie hebt die bestehende Gleistrasse als zentrales wie dynamisches Ortsspezifikum konsequent hervor, ohne weitere Materialien oder fremde Elemente zu verwenden.

Als eine Art Erinnerungsskulptur symbolisiert sie die Industriegeschichte des Ortes, aber auch dessen Transformation zum Wohn- und Erholungsgebiet. FĂŒr die Skulptur werden insgesamt 240 Meter Schienen am Ort demontiert und von einer Spezialbiegerei in Form gebogen.

Beurteilung des Preisgerichts:
Das Preisgericht wĂŒrdigt den direkten und vielschichtigen Bezug zum Ort, der sowohl weit in die Vergangenheit als auch in die Zukunft reicht. Dem Betrachter werden somit vielfĂ€ltige AssoziationsrĂ€ume eröffnet. Der kurze bearbeitete Gleisstrang integriert und thematisiert den gesamten Schienenzug, macht das statische Gleis lebendig und löst es vom bisherigen Weg. Die Arbeit greift die zukĂŒnftige UrbanitĂ€t des Areals auf und stellt auch Überlegungen zur Vermittlung in die Stadt an. Der zukĂŒnftige Radweg soll vorzugsweise entlang des Kunstwerks gefĂŒhrt werden.

Kontrovers wird diskutiert, ob der Titel der Arbeit unglĂŒcklich gewĂ€hlt ist oder vielmehr im wörtlichen Sinne neue Spuren beschreibt. Auch die technische und statische Umsetzbarkeit der Biegeradien wird in Frage gestellt.  

2. Rang: hybride

KĂŒnstler: Candy Lenk, Berlin

ErlÀuterung:
Der KĂŒnstler beschreibt die Sicht des Menschen auf die Landschaft als „dominiert von der Idee der Kontrolle, Verwertung und „Einebnung““. Die Entstehung des ehemaligen Tagebaus Cottbus Nord ist Produkt ebenjener Philosophie.

Die aktuelle Neuformung und RĂŒckgewinnung der Landschaft des Tagebaus lĂ€sst einen hybriden Raum zwischen industrieller Öde und gewachsener Landschaft entstehen, der seinen spezifischen Charakter noch finden muss. Die Objektreihe „hybride“ spĂŒrt diesem ambivalenten Raum nach.

„Stoffe mit polaren Eigenschaften in MaterialitĂ€t, OberflĂ€che, Struktur“ werden von dem KĂŒnstler in rĂ€umliche Beziehung gesetzt. „Das Gewachsene wird verbunden mit dem mathematisch Geplanten, das Monolithische mit dem Filigranen, das BrĂŒchige mit dem Stabilen, das saugend Poröse mit der glĂ€nzend glatten OberflĂ€che“. Die Objektbestandteile bilden eine gemeinsame Skulptur, bleiben aber in ihrer IndividualitĂ€t erhalten.

Drei Objekte sollen entlang der Seeachse platziert werden. „Anfang, Mitte und Ende der Achse werden verknĂŒpft: als vertikale Landmarke und Auftakt an der Dissenchener Straße, als liegendes und begleitendes Objekt am Knotenpunkt Haltestelle, als schwebendes Element am Merzdorfer Bahnhof.“

Alle Objekte bestehen aus einer Rundrohrkonstruktion aus poliertem Edelstahl und einem durchfĂ€rbten Betonteil, dessen OberflĂ€chen mechanisch behauen werden. Die unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen der Objekte sind den beigefĂŒgten Projektbildern zu entnehmen.

Beurteilung des Preisgerichts:
Der Entwurf stellt eine zutiefst bildhauerische Arbeit dar, die plastisch/haptisch angelegt ist und gleichzeitig ein ĂŒberzeugendes inhaltliches Konzept verfolgt. Die drei Einzelobjekte besetzen nachvollziehbar den Eingang der Seeachse, die lange Strecke sowie einen ruhenden Endpunkt. Die Arbeit vermag somit die ganze Seeachse zu definieren. Durch ihre Höhen erlauben die Objekte eine stĂ€dtebauliche Sichtbarkeit. Der inhaltlichen Position der Entstehung einer kĂŒnstlerischen Landschaft, jenseits von gewachsener Landschaft und industrieller Öde, kann gefolgt werden.

Die zum Teil kontrovers diskutierten StĂŒtzen der Objekte stehen fĂŒr die HilfsbedĂŒrftigkeit dieser neuen Landschaft. Einerseits thematisiert die Jury eine gewisse Rezeptionsproblematik, anderseits schĂ€tzt sie die WidersprĂŒchlichkeit der Arbeit.

3. Rang: SchrÀge Gemeinschaft

KĂŒnstler: realities:united, Jan Edler und Tim Edler (Mitarbeit: Christopher Gramer), Berlin

ErlÀuterung:
Die Installation „SchrĂ€ge Gemeinschaft“ besitzt zwei Entwicklungsstufen.

„Finale Installation“: Die Finale Installation besteht aus sieben identischen industriellen Standardlichtmasten. Diese sind hellgrau oder weiß beschichtet und werden in einer kreisförmigen Anordnung mit ca. 10,8 Meter Durchmesser und 14,8 Meter Höhe angeordnet. Jeder Lichtmast ist im gleichen Winkel schrĂ€g geneigt. Die Installation schafft einen „Innenraum im Freien“ als Aufenthaltsort oder Treffpunkt. Innerhalb der Seeachse etabliert sie einen neuen Weg- und Orientierungspunkt, der aufgrund der Beleuchtung auch im Dunkeln wirksam ist.

Im Kontext des „Cottbuser Ostsees“ und der „Seeachse“ ruft die Skulptur beim Betrachter Assoziationen zur Vergangenheit, Gegenwart und Transformation der Energielandschaft in und um Cottbus hervor. Die geneigten StĂ€be generieren das abstrakte Bild der AufwindkĂŒhltĂŒrme der WĂ€rmegroßkraftwerke und werfen die Frage nach der Bedeutung dieser TĂŒrme als Landschaftsskulpturen und deren gesellschaftlichen und kulturellen Wert auf.

„Finale Installation“

„AnfĂ€ngliche Installation“: Die „AnfĂ€ngliche Installation“ ist Hinweisgeber auf den Entwicklungsprozess der Seeachse. DafĂŒr ist an der kommenden Baustelle fĂŒr die Seeachse ein „Materialdepot“ mit baustellenartigen, temporĂ€ren Charakter, in welchem die Laternen lose gebĂŒndelt in einer provisorisch angelegten Vertiefung stecken, vorgesehen. Die Skulptur soll nach Fertigstellung der Seeachse ihre Position zur „Finalen Installation“ wechseln.

Beurteilung des Preisgerichts:
Die Installation der sieben Laternenmasten wird durch das Preisgericht grundsĂ€tzlich positiv bewertet. An beiden Orten wĂŒrden sich die Laterneninstallation durch ihre Farbigkeit gegenĂŒber dem Umfeld absetzen. Die formale Strenge der Form wird durch ihre zueinander geneigte Anordnung im Raum gebrochen. An ihrer finalen Positionierung heben die Laternen weithin sichtbar – nachts auch mit einer schummrigen Beleuchtung – die Seeachse hervor. Dadurch erfĂŒllt der Entwurf die gewĂŒnschte Markierung der zukĂŒnftigen Fahrradtrasse.

Allerdings wird der inhaltliche Bezug der Straßenlaternen zum Wettbewerbsort vermisst. Die prozessual angedachte StandortverĂ€nderung wird kontrovers diskutiert. Einige Jurymitglieder hĂ€tten sich gewĂŒnscht, dass sowohl der Anfang als auch die finale Verortung skulptural dauerhaft besetzt wĂŒrden.

4. Rang: AUFTAKT

KĂŒnstlergruppe: inges idee, Berlin

ErlÀuterung:
Ein losgelöstes, monumentales Spielzeug-Windrad wird zum dynamischen Akteur am Auftakt der Seeachse. Mit unbĂ€ndiger Energie scheint es sich seinen Weg Richtung Ostsee zu bahnen und die anstehende urbane Entwicklung eigenhĂ€ndig in Gang setzen zu wollen. Die Skulptur zitiert sowohl die SchaufelrĂ€der der hier ehemals tĂ€tigen Tagebaubagger, wie auch das Windrad als Symbol der Energiewende und kann so Zukunft und Vergangenheit der Region auf ĂŒberraschende und auch humorvolle Weise in sich vereinen.

Als weithin sichtbare Landmarke am Startpunkt der Achse fasst „AUFTAKT“  im Dialog mit dem am anderen Ende befindlichen Aussichtsturm den geradlinigen Raum in seiner gesamten LĂ€nge ein. Die beiden Antagonisten stehen wie Koordinaten auf einer Zeitachse fĂŒr die unterschiedlich geprĂ€gten „Zeitalter“ der Lausitz. WĂ€hrend der Turm stillstehend einen Blick auf den gefluteten See bietet, der eine unwiederbringliche Vergangenheit birgt, ist der Skulptur eine dynamische VorwĂ€rtsbewegung eingeschrieben, die zusammen mit der leuchtenden Farbgebung eine Vorfreude auf das Kommende ausstrahlt.

Die Skulptur verkörpert den anstehenden Strukturwandel der Region auf signalhafte Art. Sie stellt einen bildlichen, optimistischen Startschuss der hier stattfindenden rÀumlichen wie zeitlichen Entwicklung am Auftakt der Achse dar, an deren Ende eine völlig andere Welt entstehen wird.

„AUFTAKT“ wird aus acht bis zehn Millimeter starken, gelaserten und im Anschluss gebogenen Stahlblechen gebaut. Die Skulptur ist ca. vier Meter hoch und lang sowie 1,1 Meter breit.

Beurteilung des Preisgerichts:
Die Jury erkennt die doppelte Symbolik des Kinderwindrades und die Funktion als visueller Orientierungs- und Ankerpunkt an. Durch ihre Form und Farbe strahlt die Arbeit eine ZugĂ€nglichkeit aus, die auch eventuell zur Nutzung einlĂ€dt. Eine Aneignung der SchaufelrĂ€der als LiegestĂŒhle oder Kuschelecke, aber auch zum Klettern oder als Rutsche sind vorstellbar und werden durch den als halbweichen Sportboden angelegten Untergrund durchaus gefahrenreduziert ermöglicht. Weiterhin eignet sich die Arbeit als attraktives, humorvolles Fotomotiv fĂŒr Jung und Alt.

In der Jurydiskussion wurden kontroverse Fragen nach der Einzigartigkeit, ebenso wie der KompatibilitÀt mit der IdentitÀt des Kultur- und Landschaftsraumes gestellt. Auch die Proportionen des Objektes im VerhÀltnis zum Kontext wurden hinterfragt.

Projekt: Beacon

KĂŒnstler: Roland Fuhrmann (Mitarbeit: Alex Kohout), Berlin

ErlÀuterung:
FĂŒr die Seeachse in Cottbus werden zwei geometrisch markante Stahlplastiken mit eigenstĂ€ndigen Designs in einer winddurchlĂ€ssigen Lamellenstruktur entwickelt. Die Plastiken sind an Baken (engl. Beacon) angelehnt, die ursprĂŒnglich Schiffen bei Tag und Nacht als Orientierung dienen. Beide Baken werden aus farbig beschichteten Stahlprofilen zusammengesetzt und sind fĂŒr eine Höhe von 11 Meter kalkuliert.

Der Entwurf wird in mehreren Punkten durch den Beitrag des Cottbuser Tagebau Nord zur KlimaerwĂ€rmung inspiriert: Die solarbetriebenen Positionslichter auf den Beacons könnten die gesamte im Tagebau geförderte Energiemenge ĂŒber eine Leuchtdauer von 20 Mio. Jahren verbrauchen, entsprechend dem etwaigen geologischen Entstehungszeitraum von Braunkohle. Das MissverhĂ€ltnis zwischen der gigantischen Fördermenge (220 Mio. Tonnen) und dem Betrieb von zwei winzigen Lichtquellen wĂ€hrend deren gesamter Entstehungszeit soll das Dilemma fossiler Energiegewinnung sichtbar machen.

Zudem befinden sich die geplanten Aufstellungsorte am Beginn und Mittelpunkt der Seeachse, um sie in Zukunft zu einer schiffbaren Wasserstraße zu erklĂ€ren. „Auf dem Höhepunkt des Meeresanstiegs durch die KlimaerwĂ€rmung wĂŒrde Cottbus zur KĂŒstenstadt am Meer und der Ostsee wĂ€re dann die Ostsee. Das CO2 der verstromten Braunkohle half mit, um diesem Ziel ein gutes StĂŒck nĂ€her zu kommen.“

Die Farb- und Formgebung der Stahlprofile hat symbolische Bedeutung: Ockergelb steht fĂŒr den Sand des Tagebaus, Blau fĂŒr Luft und Wasser, Violett fĂŒr die Kombination vom Wasser und der Cottbuser Stadtfarbe Rot. Die Umrisse bilden eine Sumpf-Schwertlilie ab, die in Zukunft am Seeufer wachsen soll.

Unter diesen Aspekten, aber auch in Anlehnung an die niedersorbische Herkunft des Ortsnamens Cottbus, sollen die Plastiken als „wachsame Helden“ fĂŒr eine klimaneutrale Zukunft verstanden werden.

Projekt: Walle Welle

KĂŒnstlerin: Susken Rosenthal, Baitz

ErlÀuterung:
Die Wellenskulptur „Walle Welle“ weist sowohl thematisch als auch durch ihre rĂ€umliche Ausrichtung auf den entstehenden Ostsee hin und kommentiert dessen Flutungsprozess. Der Titel der Arbeit drĂŒckt, trotz der ironischen Anspielung auf das Gedicht vom Zauberlehrling, den Wunsch auf eine gelungene Flutung aus, wenngleich dieser durch die Verunsicherung aufgrund der knapper werdenden Wasserressourcen im Land Brandenburg getrĂŒbt ist.

Die Ambivalenz zwischen Hoffnung und Unsicherheit soll auf zwei Ebenen wahrgenommen werden. Die Wellenskulptur reprĂ€sentiert die erste Wahrnehmungsebene des Werks als reales Objekt in Form von strömendem Wasser. Die zweite Wahrnehmungsebene wird durch eine immaterielle „Augmented Reality (AR)“ erzeugt – sie verweist auf das KĂŒnftige, noch Ungewisse. Die AR-Experience entwickelt sich als optische VerlĂ€ngerung und Fortsetzung der Real-Skulptur in Ă€hnlich freien Strömungswellen, jedoch spielerischer und luftiger. Sie wird in die reale Umgebung vor Ort eingebettet und erscheint auf dem privaten Smartphone des Betrachters.

Das aus 15 gebogenen und ineinander gewundenen Edelstahlrohren bestehende Ensemble mit einer LĂ€nge von acht Meter sowie Höhe und Breite von drei Meter könnte in der NĂ€he des Platzes am Bogen der kĂŒnftigen Straßenbahntrasse platziert werden und optisch den Auftakt zur Seeachse bilden.

Die AR-Wellen begleiten den Radweg bis zum Ufer des kĂŒnftigen Ostsees und tauchen in Variationen an den drei weiteren geplanten Knotenpunkten als „Fata Morgana“ wieder auf.

Projekt: Ohne Titel

KĂŒnstler: Thorsten Goldberg, Berlin

ErlÀuterung:
Der KĂŒnstler begibt sich auf eine Gedankenreise entlang der Seeachse und stellt sich die Frage: „Wo kĂ€men wir hin, wenn wir schnurgerade in diese eine Richtung weitergingen, nicht anhalten und niemals abbiegen wĂŒrden?“ Dabei verlĂ€ngert er die Seeachse gedanklich nach Nordosten und SĂŒdwesten – auf der Suche nach Orten mit bestimmten QualitĂ€ten: Rast, Aufenthalt, Attraktion, Treffpunkt und vielleicht BĂŒhne.

Es entsteht ein „4/8 Pavillon“ auf einem achteckigen Sockel – zusammengesetzt aus vier Segmenten, die jeweils dem Umriss bestehender Pavillons nachempfunden sind, die auf der verlĂ€ngerten Seeachse stehen (in PiƂa, Kaliningrad, Bayreuth und Marrakesch). „Indem 4 Achtel zu einem Ganzen zusammengesetzt werden, weisen die gleichgroßen LĂŒcken auf viele weitere mögliche FundstĂŒcke entlang des gedachten Weges hin – es sind Platzhalter.“ „Wie ein Kartenhaus aus VersatzstĂŒcken verschiedener Kulturen“ bilden Scherenschnitte der Pavillonfassaden aus 20 Millimeter starken Stahlplatten mit den jeweiligen DĂ€chern die bis zu 7,40 Meter hohe Skulptur.

Der Pavillon ist aber nicht nur Anlass fĂŒr eine solche imaginĂ€re Reise, er ist auch ein konkretes, vielseitig nutzbares Angebot: Er ist ein visueller Hinweis auf die Seeachse und eine Markierung innerhalb der Strecke, er kann SpaziergĂ€ngern kurzfristigen Schutz vor Regen bieten oder Schatten spenden. Am meisten aber soll er Anlass bieten, sich hier zu verabreden, sich zu treffen oder sogar als BĂŒhne dienen – spontan oder geplant.

Projekt: Woher-Wohin

KĂŒnstler: Moritz Götze, Halle

ErlÀuterung:
FĂŒnf halbrunde Skulpturen aus 25 Millimeter starken Cortenstahl werden beidseitig mit bemalten Emaille-Stahlblechen versehen und auf Betonsockeln entlang der Seeachse aufgestellt. Die zwischen ca. 3 und 5 Meter hohen Kunstwerke dienen der kĂŒnstlerischen Dokumentation der Vergangenheit des Braunkohlebergbaus und verleihen der Seeachse den Charakter einer Open-Air-Ausstellung.

Angelehnt an eine Reklame der AEG von 1888 soll in der ersten Skulptur eine Allegorie der „Göttin des Lichtes“ abgebildet werden, die den Fortschritt der Menschheit durch ElektrizitĂ€t einerseits, die gravierenden Folgen fĂŒr das Klima andererseits verkörpert.

Auf der zweiten Skulptur ist ein Landschaftsbild aus dem TertiĂ€r-Erdzeitalter abgebildet, in dem die Kohle auf der RĂŒckseite durch Ablagerung organischer Materialien entstanden ist. Es zeigt vorne lĂ€ngst verstorbene Pflanzen und Dinosaurier sowie einen großen Berg aus Kohlebriketts auf der RĂŒckseite.

Die verheerende VerÀnderung der regionalen Landschaft in Cottbus und der Lausitz durch die wachsende Kohleindustrie zeigt die dritte Skulptur anhand eines Panoramas. Abgebildet sind gigantische Braunkohlegruben sowie die Heidelandschaft mit dem Schloss Branitz.

Die vierte und fĂŒnfte Skulptur werfen einen Blick in die Zukunft der neu entstehenden Wasserlandschaft, in der Menschen zu neuen Ufern aufbrechen und einen Tag am Strand genießen können, wo zuvor eine „Mondlandschaft“ lag.

Projekt: SAATBAND

KĂŒnstlerin: Ilka Raupach, Caputh

ErlÀuterung:
An vier Knotenpunkten entlang der Seeachse sollen insgesamt acht Steinskulpturen in Form von ĂŒberdimensionalen Samenkörnern aufgestellt werden. Angelehnt an die teils unbeabsichtigt ausgebreiteten, gebietsfremden Pflanzen an Trassen oder Bahnhöfen, die das dortige Klima fĂŒr sich nutzen, stellt die Seeachse fĂŒr die KĂŒnstlerin den idealen Ausbreitungsort fĂŒr diese Samen dar. Die Samenkörner aus norwegischem Larvikit-Stein werden auf dem Boden entlang der Seeachse verstreut. Der Larvikit ist ein blauer Stein mit Glimmer – wie ein Blick hinab in die dunkle Tiefe des Meeres beziehungsweise den Ostsee. Die Auswahl des Steins erfolgt auf Grund seiner farblichen Strahlkraft und Anmutung von Wasser.

Als Symbol fĂŒr eine vergangene BlĂŒte, aus der neues erwĂ€chst, soll das SAATBAND auf die ehemalige Nutzung des Gebiets und seine zukĂŒnftige Entwicklung hinweisen. Der Wandel der Region Lausitz aufgrund der Braunkohleförderung, die wiederum selbst aus pflanzlichem Material entstanden ist, vom Industriegebiet zur „Kultur- und Lebenslandschaft“, wird versinnbildlicht. Ein weiterer AnknĂŒpfungspunkt soll ĂŒber die nahgelegene Branitzer Parklandschaft entstehen, die FĂŒrst PĂŒcklers Naturliebe und KreativitĂ€t ĂŒber Cottbus hinaus thematisiert.

Das „SAATBAND“ markiert die vier Knotenpunkte der „Seeachse“ und gestaltet die Verbindung zwischen der Cottbuser Innenstadt, dem Branitzer Park ĂŒber die Seeachse zum Ostsee. Die acht Samenkörner sind jeweils ca. 2 Meter bis 2,6 Meter lang und ca. 1 Meter im Durchmesser.