Wettbewerb Hafenquartier

 

Das Hafenquartier am Cottbuser Ostsee soll als urbaner Ort u. a. mit Gewerbe-, Dienstleistungs-, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Wohnen/Ferienwohnen gestaltet werden. Das neue Stadtquartier wird ein Anziehungspunkt für Gäste und die Bewohner der Stadt Cottbus. Mit dem Hafenquartier wird ein neuer städtischer Bezugspunkt für die Entwicklung des urbanen Raumes zwischen der Innenstadt und dem See geschaffen. 

Das Quartier steht beispielhaft für eine innovative Entwicklung der Bergfolgelandschaft und trägt gleichzeitig zur Unterstützung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Cottbus bei. Bei den Planungen wurde daher ein besonderer Schwerpunkt auf die Umsetzung von nachhaltigen, klimaschützenden und energieeffizienten Versorgungskonzepten gelegt.

Der laufende intensive Planungs- und Beteiligungsprozess mit den unterschiedlichen Interessenträgern sowie der Öffentlichkeit soll fortgesetzt und projektbezogen intensiviert werden. In diesem Zusammenhang lobte die Stadt Cottbus im Jahre 2017 einen nichtoffenen städtebaulich-landschaftsgestalterischen Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren zum Hafenquartier aus. Dieser wurde durch das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 180 T€ Bundesmitteln im Zeitraum 2016 bis 2018 gefördert.

Erstmalig wurde im Land Brandenburg in Abstimmung mit der Architektenkammer auf Anregung des Bundes ein Partizipationskolloquium am Vorabend der Preisgerichtssitzung mit ausgewählten Vertretern der Bürgerschaft bzw. Mandatsträgern auch der Anrainergemeinden des künftigen Sees durchgeführt. 

Das Preisgericht unter der Leitung von Herr Prof. Heinz Nagler, Cottbus (Architekt und Stadtplaner) gab am 16.01.2018 die fünf prämierten Wettbewerbsbeiträge bekannt. Preisrichter waren außerdem u. a. Herr Prof. Dr. Rolf Kuhn, Großräschen (Architekt), Herr Prof. Josè Gutierrez Marquez, Weimar/Berlin (Architekt), Frau Prof. Ariane Röntz, Kassel/Berlin (Landschaftsarchitektin), Frau Birgit Kann, Bonn (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung), Frau Marietta Tzschoppe, Bürgermeisterin der Stadt Cottbus, Herr Stefan Korb und Herr Dr. Lars Scharnholz vom Ostseemanagement der Stadt Cottbus.

Im Rathaus der Stadt Cottbus werden die Entwürfe der Preisträger vom 01. bis 28. Februar 2018 öffentlich ausgestellt.

Am 22.02.2018 um 18:00 Uhr fand eine öffentliche Führung mit Herrn Prof. Nagler, Herrn Prof. Kuhn und Herrn Thiele (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadtverwaltung) statt.

Preisträger:

1. Preis: fehlig & Moshfeghi & Gartenlabor Bruns

1. Preis

fehling & moshfehgi architekten, Hamburg

Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns, Hamburg 

 

Bewertung des Preisgerichtes

Ein kleines Stück Stadt am neuen See. Klar gliedert und unaufgeregt entsteht entlang der Uferkante eine Bebauung, die in ihrer Körnung überzeugen kann. Zwei Gebäudetypologien, der Solitär und das aufgebrochene, zum Wasser orientierte U werden als geeignet angesehen die gewünschten Nutzungen aufzunehmen. Hierbei wird die Nutzungsabfolge von Nord nach Süd mit Zukunftsfenster, Hotel und Veranstaltungszentrum am Platz, gefolgt von Wohnen und im Süden dem Wassersportzentrum einschließlich Hotel und Marina als sinnvoll betrachtet. Konfliktpotential durch sich störende Nutzungen, insbesondere durch den Tagestourismus erscheint in vertretbarem Rahmen zu bleiben. Es ergibt sich eine stimmige, angenehm getaktete Silhouette vom Wasser aus und mit dem Hochpunkt Hotel auch ein wichtiger, richtig positionierter Blickpunkt aus Richtung der Stadt kommend. Die Struktur der Wohnbebauung ermöglicht Seeblick auch aus der zweiten Reihe. Die grünen Fugen erzeugen qualitätsvollen Abstand, können in der Art ihrer Bespielung jedoch nur teilweise überzeugen. Anzumerken ist, dass das Modell um ca. 1/ 3 überhöht erscheint – spannenderweise wird das Ergebnis als angemessen und ortsverträglich beurteilt.

Die Bebauung legt sich als ausreichend starkes Band zwischen die von Süden anlaufende Dünenlandschaft und das Seeufer. Dabei wird die zukünftige Topografie im Wesentlichen folgerichtig aus dem Bestand entwickelt. Feine Terrassierungen hinunter zur Wasserkante erzeugen ausreichende Zonierungen und versprechen ein funktionierendes Miteinander von Privatheit und Öffentlichkeit.

Die Uferpromenade gibt dem zu erwartenden Besucherandrang ausreichend Raum und Abstand zu den privaten Nutzungen. Insgesamt wird die Promenade als noch zu wenig ausdifferenziert beurteilt, kann jedoch in den wesentlichen Setzungen überzeugen: ein Belagswechsel, der die Uferkante signalisiert, ein Vernähen mit Hafenplatz und Fähranleger sowie eine deutliche Aufweitung im Norden als Veranstaltungsfläche.

Die überörtlichen Verbindungen werden positiv bewertet: Aus der Seeachse ergibt sich eine grundsätzlich erst einmal gut funktionierende Abfolge mit Hafenplatz und Fähranleger. Die Einbindung des Aussichtsturms, als Endpunkt der Bundesstraßenüberspannenden Brücke und eine Fuß- und Radwegeverbindung nach Merzdorf sind gelungen.

Die verkehrlichen Anforderungen sind im Wesentlichen erfüllt, wenn auch z. T. nur angedeutet dargestellt, wie beispielsweise der Anschluss der internen Erschließungsstraße an die B168. Über diese rückwärtige Erschließungsstraße sind die Tiefgaragen und gebäudebezogenen Besucherstellplätze erreichbar. Im Weiteren wäre unbedingt darauf zu achten, dass sich hier kein monofunktionaler Verkehrsraum entwickelt. Eine Flächenausweisung für die allgemeinen Besucherstellplätze des neuen Hafenquartiers fehlt.

Die Vorschläge zum Energiekonzept und nachhaltigen Bauen gehen über Standardlösungen nicht hinaus.

Die großen Qualitäten im Konzept und der Grundstruktur können noch nicht in die tieferen Maßstabsebenen überführt werden. So taugt der Hafenplatz in der angebotenen Gestalt leider nicht als vielversprechendes, attraktives Entree. Erste Einblicke in die Leitdetails, insbesondere des Freiraums, fallen deutlich in der Qualität ab.

Die Arbeit stellt einen wertvollen, wenn auch nicht sehr unkonventionellen Diskussionsbeitrag dar. Eine qualitätsvolle Entwicklung scheint auf Basis dieses Konzeptes sukzessiv über einen langen Entwicklungszeitraum gewährleistbar.

 

 

 
2. Preis: ISSS research&architecture & Studio RW Landschaftsarchitekt

2. Preis:

ISSS research & architecture, Berlin

Studio RW Landschaftsarchitekt, Berlin

 

Bewertung des Preisgerichtes: 

Die Arbeit 120 ist in vier Phasen unterteilt: 1. Energiewald, 2. Promenade und Aktivflächen, 3. Hafen und Wasserlandschaft, 4. weitere Bausteine.

Der Entwurf ist ungewöhnlich und spektakulär. Entlang einer gut ausgebauten Promenade wird sehr früh ein so genannter „Energiewald“ angelegt, in welchen sich später große Solitäre hineinschieben. Vorher sind Freizeitangebote auf dem Wasser und auch an der Promenade, eingefügt in den Energiewald, vorgesehen. Die bis zu 12-geschossigen Solitäre markieren einen ungewöhnlichen, neuen, für die Zukunft von Cottbus stehenden Ort. Gleichzeitig sollen mit ihrem Habitus die Braunkohlegeschichte des Ortes und die Dimension des landschaftlichen Eingriffs verdeutlicht werden. Auch mit den Funktionen der 4 vorgesehenen Solitäre soll das Image von Cottbus hinsichtlich einer Stadt der Wissenschaft, des (Wasser-)Tourismus, des Sports und des Wandels von einer festen zu einer regenerativen Energiekompetenz zum Ausdruck kommen.

Die Erschließung erfolgt über eine Parallelstraße zur Bundesstraße. Der Anschluss dieser Erschließungsstraße an den Knotenpunkt mit der B 168 ist zu überarbeiten. Für den Besucherverkehr sind keine Stellplätze vorgesehen. Die Führung des Radweges entweder über die Promenade oder über die Parallelstraße zur Bundesstraße ist nicht definiert.

Der Entwurf und das Energiekonzept sind innovativ, aber funktionell und wirtschaftlich unsicher. Es ist zu überprüfen, ob der Energiewald den Energiebedarf decken kann.

Eine Besonderheit des Entwurfs ist die extreme Stapelung der Nutzfläche und des dadurch gewonnenen großzügigen Freiraums. Allerdings wurde die städtebauliche Entwicklung initiiert durch die Solitäre sowie die Qualität der Freiräume als Erholungsumgebung kontrovers diskutiert.

Der Entwurf steht und fällt mit einer gut ausgeformten und auch alleine wirksamen Promenade, die das Gerüst (bzw. die „Perlenschnur“) des Entwurfs bildet. Die daran aufgefädelten Solitäre (den „Perlen) können allerdings nur mit einer hervorragenden Architektur zu der vorgesehenen positiven Wirkung von sich ergänzenden Landmarken führen.

Damit ist die große Chance, aber auch das große Risiko dieses Entwurfs beschrieben.

 

 

3. Preis: QuerfeldEins

3. Preis

QuerfeldEins Landschaft | Städtebau | Architektur, Dresden

 

Bewertung des Preisgerichtes

Die Arbeit „Weiße Kante“ weist eine klare städtebauliche Grundfigur auf, die sich eindeutig auf den Ostsee und die vor- gelagerte Uferpromenade bezieht. Diese Gliederung ermöglicht eine sukzessive Entwicklung der einzelnen Baufelder. Wenngleich die städtebauliche Gestaltung etwas schematisch wirkt, entsteht eine angenehme maritime und urbane Atmosphäre (Bildwirkung).

Das Verhältnis zwischen öffentlichen Erschließungsflächen und privat nutzbaren Baufeldern erscheint ausgewogen. Der zentral angeordnete Platz überzeugt als Gelenk für die Erschließung des Quartiers und als Zugang zum Zukunftsfenster auf dem Wasser mit Seebühne. Als Schwerpunkt in der Mitte des Quartiers kann dieser Bereich eine Anstoßwirkung für die Entwicklung der benachbarten Bebauung entfalten. Eine stärkere baukörperliche Ausdifferenzierung im zentralen Platzbereich wäre jedoch wünschenswert um die Zugangssituation von der Landseite zu akzentuieren.

Die Landseite im nördlichen Bereich des Hafenquartiers erscheint im Übrigen räumlich und gestalterisch wenig ausformuliert. Eine Präzisierung wäre hier wünschenswert.

Die deutlich erkennbare und stimmige Abfolge von Nutzungsbereichen (Parkanlage und Hotel im Norden, Dienstleistungen im Zentrum, Restaurant, Läden, Wohnen, Marina und Gesundheitszentrum im Süden) ist eine Stärke des Entwurfes. Die Einordnung der Marina und des Hafengebäudes am südlichen Endpunkt überzeugt in ihrer Bildsprache und auch wegen dem ausreichenden und realistischen Angebot an Nebenflächen.

Die Uferpromenade ist gut proportioniert. Die konkrete Gestaltung wirkt jedoch schematisch und gewöhnlich. Die zwischen den Wohngebäuden angeordneten Kolonnaden mit ihren Ladennutzungen wirken belebend.

Die kammartige Erschließungsstruktur erzeugt ein klares Grundgerüst. Einige Bereiche bedürfen jedoch einer Überarbeitung. So wird die unmittelbare Nähe der Knotenpunkte an der B 168 als problematisch gesehen. Außerdem sollte die Führung des Radverkehrs einfacher und für das Quartier nutzbringender eingeordnet werden. Die Unterbringung des ruhenden Verkehrs der Besucher wird nicht beantwortet. Die Einordnung der Rampen der Brücke über die Bundesstraße im Anschluss an den Aussichtsturm ist nicht gelöst.

Die Arbeit überzeugt mit einer guten städtebaulichen Setzung die im Detail jedoch in bekannten Bildern gefangen bleibt.

Anerkennung: mayerwittig & huttereimann

Anerkennung                                                                                                                           

mayerwittig Architekten und Stadtplaner GbR, Cottbus / huttereimann Landschaftsarchitektur, Berlin

 

Bewertung des Preisgerichtes:

Der Entwurf besitzt eine übergeordnete Zonierung in private und öffentliche Investitionen. Diese sind nachvollziehbar und in Phasen gegliedert. Die Fassung der südlichen Promenade in geschwungener Form ist ein hervorragendes Gestaltungselement. Der Entwurf arbeitet zudem mit Parkelementen, die allerdings unter dem Aspekt der Urbanität kritisch hinsichtlich ihrer Funktion zu bewerten sind.

Der Entwurf ist in die Landschaft eingegliedert und die Anbindung an die Umgebung erfolgt über die Fußgänger-/Radfahrerbrücke im Norden sowie über den bereits vorhandenen Knotenpunkt. Die zentrale Position des Hafenplatzes bestätigt die Anbindung für motorisierten Verkehr. Die Brücke für Fußgänger (Radfahrer) führt etwas überinstrumentiert auf die vorgesehenen Dachterrassen und zum Turm, wodurch zusammen mit dem Zukunftsfenster ein zweiter Platz erschlossen wird.

Städtebaulich wird der Entwurf durch einen klaren Charakter geprägt. Die Vielfalt des öffentlichen Raums (Promenade, PocketParks, Zentraler Hafenplatz, Seedünenpark) garantieren eine hohe Qualität und Funktionalität. Die Gliederung ist nachvollziehbar und unterstreicht den Charakter des öffentlichen Raums. Als nachteilig und nicht überzeugend wird die umfängliche und übertriebene Nutzung von (Stütz)Mauern als gliedernde und leitende Elemente gesehen. Der Freiraum wird so eingeengt und überreguliert. Der Raum / der Platz hat dies nicht nötig. Auch die umfangreiche Nutzung von Beton (mit verschiedenen Qualitätsmerkmalen, wie Farbe oder Strukturmatritze) ist zu dominant.

Die vorgeschlagenen Nutzungen sind allgemein nachvollziehbar. Gastronomie findet sich am zentralen Hafenplatz, Bootshaus am Südende. Kontrovers diskutiert wird die Konzentration des Einzelhandels auf einen Gebäudekomplex gesehen. Eine Verteilung über das Gebäudeensemble entlang der Promenade wäre wünschenswert und attraktivitätserhöhend. Die Erstellung der Parkplatzflächen auf der „Rückseite“ des südlichen Gebäudeensembles führt allerdings zu einer Abwertung des rückwärtigen Raumes (seeabgewandter Raum).

Der Charakter des Seedünenparks im Zusammenspiel mit dem öffentlichen Raum ist schlüssig mit dem Entwurfskonzept (Verwandtschaft von Park und Pocketparks), allerdings nicht plausibel und überzeugend in Bezug zum gesamten See und dessen vorhandener Vegetationsareale. Das Hafenquartier sollte als Stadthafen vordergründig urbanen Charakter tragen.

Die Erschließung des Wettbewerbsgebietes wird selbst unter der Annahme, dass die Zuwegung / Versorgung über die Fußgängerzone / Promenade mit reduzierter Geschwindigkeit erfolgt, kontrovers beurteilt. Die südliche Erschließungsstraße öffnet die Versorgung der südlichen „Privatwirtschaft“. Allerdings bleibt offen, wie die Slipanlage im Süden verkehrlich erschlossen werden soll. Anlieger- und Besucherverkehr sind voneinander getrennt. Stellflächen für den Besucherverkehr sind westlich der B168 (außerhalb des Projektgebietes) angesiedelt. Der ruhende Verkehr von Anwohnern ist an den Gebäuden vorgesehen, wenn auch unglücklich artikuliert.

Die Integration eines energetischen Konzeptes und innovativen Ansatzes für Ver- und Entsorgung beschränken sich auf eine Reihe von einschlägigen und zeitgemäßen Standardtechniken zur Ver-/Entsorgung, die nachvollziehbar in das gesamte Konzept (hydrothermisches System, autarke Abwasserentsorgung und Photovoltaiksysteme) integriert sind. Als einzige Versorgung aus dem öffentlichen Netz ist Trinkwasser und Elektroenergie vorgesehen.

Insgesamt stellt die Arbeit einen guten Diskussionsbeitrag dar, die Klarheit und die Selbstverständlichkeit des Gesamtkonzeptes sind unbestreitbar, ein innovativer Charakter wird jedoch vermisst.

Anerkennung: Labor4+

Anerkennung

Labor 4+, Dresden

 

Bewertung des Preisgerichtes

Mit der kompakten Anordnung der Gebäude im nördlichen Bereich wird ein klares Konzept entwickelt, welches vor allem in der Zonierung interessante Ansätze zeigt. Inwieweit dies jedoch zu einer prägnanten, den Ort inszenierenden Lösung führt, wird kontrovers diskutiert. Auch bleibt unklar, ob die im Süden offengehaltene Fläche als ein dauerhafter Zustand angesehen werden kann oder nicht doch eine spätere bauliche Entwicklung möglich gemacht wird.

Mit der auf eine romantische Weise fast kleinstädtisch wirkenden Struktur des „Hafenquartiers“ entstehen vielfältige, rhythmisch gegliederte Räume, die in ihrer Maßstäblichkeit einen überraschenden Gegensatz zur Weite des Ostsees entwickeln. Eine deutliche Hinwendung zum Ufer wird hier jedoch – auch wegen der abschirmenden Vegetation – nicht erreicht. Dagegen wird das Entree mit dem sich großzügig öffnenden Platz als sehr gelungen gewürdigt, auch in seiner städtebaulichen Beziehung zum Zukunftsfenster. Dieses erscheint gut positioniert und in Volumen und Nutzungspotentialen angemessen konzipiert.

Mit der geschickten Anbindung des Turmes erhält der nördliche Teil einen gut inszenierten Abschluss, dies wird durch ein zweites Zukunftsfenster an dieser Stelle unterstützt.

Der weit im Süden angeordnete Hafenbereich schafft zwar eine funktionelle Entspannung, die Wegebeziehung dorthin erscheint jedoch nicht unproblematisch. Vor allem der starke Kontrast zwischen der urban erscheinenden Promenade und den dahinterliegenden „rauen“ Landschaftsflächen erscheint unnötig dramatisierend. Auch sind Konflikte zu erwarten, da der Zufahrtsverkehr für Fahrzeuge direkt auf der dem See zugewandten Seite erfolgt. Aus gestalterischer Sicht wird der Versuch gewürdigt, die Promenade in unterschiedliche Bereiche zu gliedern, jedoch werden die sehr gleichförmig verteilten Funktionsflächen aus Sicht eines effizienten Tourismusbetriebes kritisch gesehen.

Die Nutzung des Straßendreiecks als Parkplatz wird positiv gesehen, in anderen Bereichen, vor allem in der Ausbildung des Knotenpunktes und der Bushaltestelle, erscheint jedoch das Verkehrskonzept nicht vollständig durchgearbeitet.

Insgesamt bietet der Entwurf einen interessanten, ungewöhnlichen Ansatz, der jedoch nicht in allen Punkten überzeugen kann und vor allem die Formulierung eines identitätsstiftenden Bezuges zum Seeufer vermissen lässt.