Masterplan

Beim Masterplan handelt es sich um ein offenes, informelles Planungs- und Managementinstrument mit Empfehlungscharakter für alle am Planungsprozess beteiligten Akteure.

Auf die Entwicklungsmöglichkeiten der im Masterplan definierten 17 Projektbereiche rund um den See wird nachfolgend näher eingegangen:

1. Stadthafen Cottbus

Der Stadthafen am östlichen Endpunkt der Seeachse entsteht zwischen dem Ufer des künftigen Cottbuser Ostsees und der B168. Mit Hilfe des Linienverbaus (Kaimauer) wird für größtmöglichen Landgewinn an der Tagebauböschung gesorgt. Seit 2006 weist der Merzdorfer Turm als „Landmarke“ bereits auf die bevorstehende Standortentwicklung hin. Er wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land errichtet.

Mit dem Cottbuser Stadthafen entsteht eine vielfältige, attraktive Hafenpromenade von ca. 30 m Breite mit rund 200 Bootsliegeplätzen und einem breit gefächerter Wassersportbereich mit Vereinsheim, Hotel- und Veranstaltungskomplex sowie Gastronomieeinrichtungen. Etwa 30 Wohnungen komplettieren den Bereich. Ein moderner Informationspunkt im und auf dem Wasser soll das „Zukunftsfenster Cottbus“ darstellen.

Nach dem städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb 2017/18 sollen bis 2020 Baurechte geschaffen werden. Von 2016 bis 2024/25 wird die Stadt rund 16 Mio. € in die infrastrukturellen Rahmenbedingungen des künftigen Hafenquartiers investieren. Der Stadthafen ist daher ein Projekt mit höchster Priorität.

 

2. Seeachse

Die Seeachse als Verbindungskorridor entlang der ehemaligen Gleisachse zwischen Sandow und Seeufer soll den Cottbuser Ostsee schnell erreichbar machen.  Die neue Erschließung hat eine Länge von ca. 1,77 km und bekommt ein Querprofil (inkl. Nebenanlagen) von ca. 16,5 m. Radfahrer und Fußgänger bekommen ihren separaten Platz.   Der Gesamtentwicklungsquerschnitt  der Seestraße (einschl. Grünverbindung) beträgt ca. 30 m.

Beidseitig der Seestraße soll ein attraktiver Mix aus Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur entstehen. Beabsichtigt sind Nutzungsänderungen zum Teil störender gewerblicher Nutzungen in nicht störende gewerbliche bzw. untergeordnete Wohnbaunutzungen und Dienstleistungen/ Sport- und Freizeitangebote in einer Raumtiefe von mind. 100 m beiderseits der Seestraße. Die kleinteiligere und dichtere Nutzung soll sich zur Seestraße hin entwickeln. Für die beabsichtigte Planung der Seeachse ist eine Anpassung der Baurechte erforderlich. Zudem wird für das gesamte Gebiet entlang der Seeachse der  Flächennutzungsplan geändert und bis 2019/ 20 ein Bebauungsplan neu aufgestellt. Ggf. ist eine Neuordnung von Grundstücken im B-Plan-Gebiet erforderlich. Gemeinsam mit dem Stadthafen stellt die Seeachse  ein Projekt mit höchster Priorität dar.

 

3. Merzdorf

Nordwestlich vom Stadthafen beginnt der ca. 700 m lange Merzdorfer Strand, der als Nebenstrand den Cottbuser Hauptstrand ergänzt. Weiter nördlich entsteht Neu-Merzdorf als neuer Wohnstandort unmittelbar am See. Die Nähe zum Wasser und zur Stadt ist ein Vorzug für die neu entstehende Siedlung. Das Wohnquartier soll hochwertiges Wohnen in attraktiver Architektursprache für bis zu 100 WE bieten. Es wird der einzige Standort sein, wo sich unmittelbar am See eine Wohnnutzung entfalten wird. Die Infrastrukturanbindung ist nur über den Bereich Lakoma möglich. Ggf. müssen nach dem Stand der Technik innovative Lösungen für eine autarke Ver- und Entsorgung der Medien gesucht werden.

 

4. Lakoma - Willmersdorf

Die ehemalige Dorflage Lakoma südlich von Willmersdorf bildet für Radfahrer den zentralen Knotenpunkt am See. Vom Seerundweg hat man hier die perfekte Anbindung an die regionalen und überregionalen Radwegenetze der Niederlausitz und Brandenburgs. Der ca. 5 m hohe Aussichtspunkt Lakoma bietet einen weiten Blick über den See. An der alten Dorflinde erinnert ein Gedenkpunkt an den verschwundenen Ort. Vor dem Westufer des Sees sollen zudem schwimmende Inseln mit einer ganzjährig betriebenen Gaststätte und einer Reihe verschiedener Ferienwohnungen sowie ein Fahrgastschiffsanleger entstehen. Nördlich davon wird sich ein naturbelassener Uferabschnitt mit Strand und Uferweg befinden, der zu Seespaziergängen unmittelbar am Wasser einlädt.

 

5. Neuendorf

In Neuendorf (Gemeinde Teichland) entsteht das Wassersport- und Urlauberzentrum. Der zukünftige Hafen bietet Liegekapazitäten für ca. 100 Boote sowie Wassersportangebote, ein Hafenbüro, technische Ausstattungen und Bootsverleih. Westlich der Dorflage bis zum Mauster Kiessee entsteht ein großes Feriendorf mit Camping und Ferienhäusern, welches ganzjährig betrieben werden sollte. Gastronomische Angebote sind im Feriendorf integriert.

Im Hafenbereich ist ein Landhotel angesiedelt. Ein Fahrgastschiffsanleger hat als wichtiges Gegenüber zum Cottbuser Stadthafen hohe Priorität.

Auf dem Mauster Kiessee kann sich eine Wakeboardanlage etablieren.

 

6. Bärenbrücker Höhe

Im Erlebnispark Teichland (Gemeinde Teichland) befinden sich bereits Themengärten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie beispielsweise der „‚Slawische Götterhain“, eine Sommerrodelbahn, etc. Die Bärenbrücker Höhe bildet mit dem Erlebnispark und dem Aussichtsturm das Zentrum der touristischen Angebote am nördlichen Seeufer.

 

7. Bärenbrücker Bucht

Die Bärenbrücker Bucht eignet sich ideal für lärmintensivere Veranstaltungen von Musik, über Schauspiel bis hin zu Groß- und Privatveranstaltungen. Zudem ist sie der Surf-Point am See. Die Wassersportfläche für Kitesurfer und der Strand in der Bucht bieten mit ihrer Südausrichtung beste Verhältnisse für Surfer und Badegäste. Surfschule und Verleih gehören zum Serviceangebot des Standortes. Es soll eine Zeltwiese und einen Wohnmobilstellplatz sowie ein großes Sportfeld für alle aktiven Besucher des Cottbuser Ostsees geben.

Neben dem Gedenkpunkt für die verschwundene Ortschaft Groß Lieskow kann ein überdachter Radwander-Rastplatz entstehen. Ggf. ist Raum für eine einfache Radlerpension.

 

8. Energiezentrum

Im neuen Energiezentrum entsteht ein Wirtschaftsstandort für Industrie und produzierendes Gewerbe. Das verkehrlich gut erschlossene Gewerbegebiet der heutigen Tagesanlagen soll zu einem Technologie- und Gründerzentrum für Zukunftsenergien (Schwerpunkt nachwachsende Rohstoffe, alternative Energiegewinnung) auf einer Gesamtfläche von ca. 55 ha ausgebaut werden. 

 

9. Markierte Orte

Im Bereich des Ostufers wird eine überwiegend forstwirtschaftliche und naturnahe Nutzung vorgeschlagen. Strukturiert wird der Bereich „Markierte Orte“ durch einen Rundweg, kleinteilige Biotope sowie als immer wiederkehrendes landschaftsprägendes Element kreisrunde Lichtungen verschiedener Größe, die unterschiedlich in Szene gesetzt werden.

Die Südhälfte der kiefernbewaldeten Kippe einschließlich des Tranitzhaffs ist für den Naturschutz vorgesehen.

Der gesamte Kippenbereich (vom Seeufer bis zur B 97) ist regionalplanerisch „Windeignungsgebiet“ für die Elektroenergieerzeugung aus Windkraft. Nach der Verfüllung der ehemaligen grubenausfahrt hat das Gebiet noch Potenzial für ca. weitere 5 Anlagen.

 

10. Klinger See

Eine Regattastrecke über 2.500 bis 3.000 Meter wäre im Klinger See ohne Probleme realisierbar. Die Ausformung des Sees begünstigt die Anlage einer professionellen Ruderregattastrecke. Mit einem „Rudersportzentrum Klinger See“ wäre das Wassersportangebot künftig sehr zentral zusammengefasst und alle Anlagen dazu könnten von vielen Sportvereinen genutzt werden.

 

11. Naturstrand Südspitze

Auf Grund seiner Erhebung ist dieses Areal die visuelle Schnittstelle zwischen dem Klinger See und dem Cottbuser Ostsee. Hier soll auf einer Länge von ca. 250m der Naturstrand Südspitze für FKK-Anhänger und Badegäste mit hohem Natur- und geringem Servicebedürfnis angelegt werden. Eine intensive Freizeit- und Tourismusnutzung ist nicht vorgesehen.

 

12. Bewegtes Land

Südlich der Ortslage Schlichow bildet eine künstlich geschaffene, bewegte Landschaft „Bewegtes Land“ den Auftakt der Binnendünenlandschaft entlang des Süd-West-Ufers. Hier sind großflächige Freizeit- und Sportnutzungen denkbar, welche mit dem ländlichen Charakter des Umfeldes korrespondieren und gleichzeitig vor allem ruhebedürftige und naturbegeisterte Ausflügler und Anwohner anziehen soll.

 

13. Schlichow - Dorf

Das Dorf Schlichow erhält zusätzliche Wohnbauflächen für ca. 30-40 WE und mit der Gestaltung des Platzes am Anger eine neue Ortsmitte. Dieser stellt den Zugang zum Fahrgastschiffsanleger und zum See her und ist einer der Anbindungspunkte an den Seerundweg. Entlang des Platzes sind Nutzungen wie ein Mehrzweckgebäude, ein Radler- und Skaterbahnhof und ein Restaurant/Café mit Ausblick in Richtung See geplant.

 

14. Schlichow - Süd

Südlich von Schlichow soll aufgrund der Standortqualitäten ein kleines aber feines Urlauberzentrum für Sport und Wellness mit ca. 100 Zimmern entstehen. Auch ein hoteleigener Strand und ein kleiner Steg sind denkbar. Sportboot- und Slipanlagen wird es im Bereich Schlichow Süd jedoch nicht geben, da diese ausschließlich in den beiden Häfen am See vorgesehen sind.

Eine Verknüpfung mit reitsportlichen Aktivitäten der Region ist denkbar.

 

15. Cottbuser Strand

Zwischen dem Stadthafen und Schlichow wird ein circa sechs Hektar großer Strandbereich Cottbuser Strand entwickelt, der Hauptstrand des Sees mit regionaler Ausstrahlung. Der Uferweg wird als leicht erhöhte Promenade ausgebildet. Die für den Badebetrieb erforderlichen infrastrukturellen Einrichtungen werden in ein architektonisches Baumdach aus Kiefern eingebettet. Sie verteilen sich punktuell über die Länge von rd. 800 m Strandausdehnung.

Südlich vom Strand- und Parkplatzbereich soll ein Sport- und Freizeitpark mit landseitigen Sportangeboten z. B. für Tennis, Minigolf, Mountainbike-Parcours, Beachvolleyball, Kleinfeldfußball etc. entstehen.

 

16. Schlosspark Branitz

Der Landschaftsraum um die Schlichower Höhe soll landschaftsgestalterisch eine Verbindung mit der Branitzer Park- und Kulturlandschaft eingehen. Das Thema Landschaftsgestaltung soll als Attraktionsmerkmal für den Cottbuser Ostsee genutzt werden. Der Branitzer Park ist die historische, der Cottbuser Ostsee die moderne Interpretation einer Kulturlandschaft.

 

17. Rundweg Ostsee

Rund um den Cottbuser Ostsee entsteht ein 23 km langer See-Rundweg, der hauptsächlich dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten bleiben soll. Einzelne Abschnitte sollen in den Ausbaubreiten variieren, um den Frequenzen der verschiedenen Nutzer zu entsprechen. Auch Skater, Jogger und Nordic-Walker werden hier erwartet. Auch für Freunde des Reitsports wird Platz sein. In zwei Abschnitten (nördlich Lakoma und bei Neu-Merzdorf) werden parallele Wegeführungen zur Entflechtung der Nutzergruppen angeboten werden. Der See-Rundweg wird in das Brandenburger Radverkehrsnetz sowie die bereits vorhandenen regionalen Radwanderwege eingebunden und verbindet die Freizeit- und Radwege am Cottbuser Ostsee. Es handelt sich um ein Projekt mit höchster Priorität.

 

 

Der Masterplan „Cottbuser Ostsee“ entstand nach dem internationalen Wettbewerb 2000/2001 im Zusammenwirken der fünf Büros (beide Gruppen von Erst- und Zweitplatzierten). In einem Werkstattverfahren wurden die strukturellen Ideen und Gestaltungsansätze für die Bergbaufolgelandschaft unmittelbar um das künftige Seeufer herum in einen konzeptionellen Plan vereinigt.

2006 haben alle vier stimmberechtigten Gemeinden des Inselrates den Masterplan mit wortgleichen Beschlusstexten in ihren kommunalen Gremien als langfristige Arbeitsleitlinie verabschiedet.

Nach 7 Jahren wurde der Masterplan ein erstes Mal an neue Erkenntnisse angepasst.

Mit den Ergebnissen aus der Potenzialanalyse zum Cottbuser Ostsee 2016 haben die Kommunalpolitiker aller vier Gemeinden die 2. Fortschreibung beschlossen. Geändert haben sich die inhaltliche Ausrichtungen des westlichen Bereiches (Projektgebiet Merzdorfer Düne – neu: Neu-Merzdorf), des Standortes südlich von Schlichow und der Südostecke des Sees. Statt einer Seebühne wird am See ein Wohnquartier entstehen. Das Vereinsheim der Sportler (Projektgebiet Vereinsanlagen – neu: Schlichow-Süd) wird in das Hafenquartier integriert und am Mikrostandort wird ein Sporthotel vorgesehen. An der Südostecke des Sees (Projektgebiet Daytona Beach – neu: Südspitze) wird es keine Wildwasserbahn und keinen Campingplatz geben. Dafür wird ein kleiner naturbelassener Strand für ruhesuchende Naturfreunde und FKK-Anhänger etabliert.

 

Zentrale Aufgaben und Handlungsfelder des Masterplans:
  • die gemeinsame Verständigung über die Entwicklungsschwerpunkte und –räume im Planungsraum,
  • die Dimensionierung der Neuen Seelandschaft als Leitprojekt der kommenden Jahre,
  • die aktive Einbeziehung der Land- und Forstwirtschaft im Zusammenhang mit der Seeentwicklung,
  • die Fortführung und Weiterentwicklung von erfolgreichen Schwerpunkten wie z.B. des Fürst-Pückler-Parks, der Schaffung neuer Parkanlagen und eines Systems von Landmarken,
  • die Aneignung und Entwicklung neuer Wahrnehmungen der Stadtlandschaft mit Hilfe der Kunst,
  • die planungsrechtlichen Widmungen,
  • die verbindliche Vereinbarung zwischen allen beteiligten Einrichtungen zur Seeentwicklung für die kommenden Jahre.